EA: Umsatz bricht um 13% ein, Saudi-Arabien übernimmt und stoppt Berichte
In der glitzernden Welt der Videospielgiganten haben die jüngsten Quartalszahlen von Electronic Arts für ein vernehmbares Beben gesorgt. Der Konzern meldete einen empfindlichen Umsatzrückgang von 13 Prozent für den Zeitraum zwischen Juli und September, was Einnahmen von 1,839 Milliarden US-Dollar entspricht. Offiziell wird dieser Dämpfer auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächere Performance der neuesten Ausgabe der College Football-Reihe zurückgeführt. Ein Kratzer im Lack eines Imperiums, der jedoch tiefere, strukturelle Veränderungen nur unzureichend kaschiert.
Beschwichtigungen an der glänzenden Fassade
Währenddessen bemüht sich die Führungsriege, das Bild eines unaufhaltsamen Erfolgszuges aufrechtzuerhalten. Man verweist stolz auf das Wachstum der Giganten EA Sports Madden NFL 26 und EA Sports FC 26, wobei letzteres im Vergleich zum Vorgänger ein solides Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnete. Auch der Hero-Shooter Apex Legends scheint mit Zuwächsen im zweistelligen Bereich weiterhin eine Gelddruckmaschine zu sein. Gekrönt werden diese positiven Nachrichten durch die gefeierten Veröffentlichungen von Skate und Battlefield 6. EA-Chef Andrew Wilson beschwört den Innovationsgeist seiner Teams, die unermüdlich daran arbeiten, Spieler weltweit zu verbinden und zu inspirieren.
Der Paukenschlag hinter den Kulissen
Doch der eigentliche Paukenschlag erfolgte abseits der Bilanz-Kosmetik: Electronic Arts wird seine traditionellen Telefonkonferenzen mit Analysten nach den Quartalsberichten einstellen. Ein höchst ungewöhnlicher Schritt, der einen Mantel des Schweigens über die zukünftige Geschäftsentwicklung legt. Die Erklärung für diese plötzliche Verschwiegenheit ist ebenso simpel wie folgenschwer: Der Konzern bereitet seinen vollständigen Rückzug von der Börse vor. Ein von Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF angeführtes Investorenkonsortium ist im Begriff, EA in einem milliardenschweren Deal zu schlucken und in ein rein privat geführtes Unternehmen umzuwandeln. Der PIF, der bereits zuvor eine bedeutende Beteiligung hielt, wird nach Abschluss des Deals, der bis Anfang 2027 vollzogen sein soll, die alleinige Kontrolle über das Schicksal des Publishers besitzen.
KI-Diktat und der Ausverkauf der Kreativität
Die langfristigen Auswirkungen dieser fremdfinanzierten Übernahme sind noch nicht abzusehen, doch erste interne Berichte zeichnen ein düsteres Bild für die kreative Zukunft des Unternehmens. Analysten prognostizieren, dass die durch den Deal entstehende, drückende Schuldenlast EA zu einer noch stärkeren Fokussierung auf seine „Evergreen IPs“ zwingen wird. Kreative Wagnisse, neue Ideen und riskante Projekte könnten auf dem Altar der Profitmaximierung geopfert werden. Stattdessen würde man sich vollends auf die jährlichen Sport-Updates und die großen Live-Service-Blockbuster konzentrieren. Diese Befürchtungen werden durch Berichte untermauert, wonach die EA-Führung ihre Mitarbeiter bereits jetzt dazu drängt, KI-basierte Werkzeuge in nahezu allen Aspekten ihrer Arbeit einzusetzen – von der Code-Generierung über die Erstellung von Konzeptgrafiken bis hin zu Management-Entscheidungen. Ein unüberhörbarer KI-Imperativ, der die Sorge vor seelenlosen Fließbandproduktionen weiter nährt.


