E-Bus-Welle: Reformen notwendig, um Schwung zu behalten
Der Aufstieg der Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland ist eindrucksvoll: Seit Anfang des Jahrzehnts wuchs der Bestand an emissionsfreien Fahrzeugen auf fast 3.400, wie eine aktuelle Analyse von PWC zeigt. Beeindruckend ist, dass fast die Hälfte der Busse erst in den letzten zwei Jahren angeschafft wurde.
In diesem Jahr streben die Verkehrsunternehmen an, fast 2.000 neue Elektrobusse in Betrieb zu nehmen. Der überwiegende Teil dieser neuen Flotte besteht aus batteriebetriebenen Fahrzeugen, während ein kleinerer Teil Oberleitungs- und Brennstoffzellenbusse umfasst.
Städte wie Hamburg und Berlin treiben den Ausbau energisch voran. Hamburg führt mit über 565 Elektrobussen, während Berlin mit derzeit 227 Bussen bis 2027 eine Verdopplung anstrebt. Die gesetzliche Verpflichtung zu emissionsfreien Antrieben bei Neubeschaffungen kurbelt diese Entwicklung an: 22,5 Prozent der neuen Busse müssen bereits emissionsfrei sein, bis 2026 steigt diese Quote auf 32,5 Prozent. Ländliche Gebiete sind allerdings von dieser Regelung ausgenommen.
Jedoch hat die vorherige Bundesregierung die Förderung für alternative Antriebe eingestellt. Da die Auslieferung bestellter Busse oft verzögert ist, profitieren viele der in diesem Jahr angeschafften Fahrzeuge noch von früheren Fördermitteln. Durch diese Änderung wird jedoch erwartet, dass der Zuwachs an Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren stagnieren könnte. Für 2026 werden nur etwa 1.200 neue Elektrobusse prognostiziert, für 2027 sogar nur rund 450.
Ein Hindernis bleibt die Kostenfrage. Trotz niedrigerer Betriebskosten sind die Anschaffungspreise für Elektrobusse erheblich höher als für Dieselbusse. Insbesondere die Investition in Ladeinfrastruktur und die Notwendigkeit einer höheren Fahrzeuganzahl aufgrund geringerer Reichweiten tragen zu den erhöhten Kapitalkosten bei. PWC-Analysten weisen darauf hin, dass Batteriebusse derzeit über ihren Lebenszyklus um etwa 30 Prozent teurer sind als ihre Diesel-Pendants.
Um die ambitionierten EU-Ziele zu erreichen, die bereits 2030 eine Quote von 90 Prozent emissionsfreien Stadtbusse fordern, sind neue Förderinstrumente unabdingbar. Ab 2035 müssen sogar alle neu zugelassenen Stadtbusse emissionsfrei sein. Es bedarf daher eines klaren politischen Bekenntnisses der neuen Bundesregierung, um den langfristigen Umstieg auf Elektrobusse und die damit verbundenen Nachhaltigkeitsziele nicht zu gefährden.

