Durststrecke für den Euro: Abwärtstrend setzt sich fort
Der Euro gerärt weiter unter Druck und setzt seinen seit Mitte letzter Woche anhaltenden Abwärtstrend fort. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1517 US-Dollar, nachdem sie am Montagmorgen noch etwas höher gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs für den Montag auf 1,1514 US-Dollar festgelegt, ein Rückgang gegenüber dem Kurs von 1,1554 US-Dollar am Freitag. Ein Dollar war demnach 0,8685 Euro wert.
Analysten führen die Euro-Schwäche auf gedämpfte Erwartungen bezüglich einer möglichen Leitzinssenkung im Dezember durch die US-Notenbank zurück, die Fed-Chef Jerome Powell signifikant reduziert hat. Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bewerten den Euro als technisch angeschlagen, da er sich nicht oberhalb der 21-Tage-Durchschnittslinie stabilisieren konnte, was auf einen weiteren Kursabfall bis unter 1,14 Dollar hindeuten könnte.
Ein leichter Hoffnungsschimmer kam am Nachmittag, als schwächelnde Konjunkturdaten aus den USA den Eurokurs etwas stützten. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) fiel unerwartet auf 48,7 Punkte, anstelle des angenommenen Anstiegs auf 49,5 Punkte. Dies führte zu einer leichten Erholung des Euros von seinen vorherigen Verlusten.
Der Analyst Ralf Umlauf von der Helaba kommentierte, dass, obwohl die Zinssenkungserwartungen zunächst gedämpft waren, sie nun wieder etwas zunehmen könnten. Die marktbestimmenden Zahlen erfahren derzeit besondere Beachtung, da aufgrund der teilweisen Schließung von US-Bundesbehörden weniger Konjunkturdaten zur Verfügung stehen.
Die EZB veröffentlichte darüber hinaus die Referenzkurse des Euro zu anderen bedeutenden Währungen: Er notierte bei 0,87650 britischen Pfund, 177,57 japanischen Yen und 0,9298 Schweizer Franken. Der Goldpreis verzeichnete einen Anstieg um etwa acht Dollar und lag zuletzt bei 4012 Dollar für die Feinunze.

