«DSDS 2012» - Die Karrieren der «DSDS»-Verlierer
Für den Schweizer Jesse Ritch hat es bei DSDS 2012 nur zum undankbaren dritten Platz gereicht. «So kurz vorm Ziel rauszufliegen, das würde mich echt treffen», hatte der 20-Jährige noch zu Beginn der Show gesagt. Dementsprechend flossen bei der Entscheidung reichlich Tränen. Doch geht es nach dem Lob der Jury, dürfte Jesse trotz seines Rauswurfs bei DSDS gute Chancen auf eine Musikkarriere haben.
Blickt man in der DSDS-Historie zurück, hat es so mancher Kandidat mit dem zweiten, dritten oder auch vierten Platz zumindest für eine Saison in die Charts geschafft. Sarah Engels, Zweitplatzierte der vergangenen DSDS-Staffel, zog nach dem Finale Profit aus ihrer Bekanntheit und der Beziehung mit dem Sieger Pietro Lombardi. Ihr Album Heartbeat erreichte zwischenzeitlich Platz zwei der Charts. Mit Lombardi nahm sie das Duett I Miss You auf.
Auch Schlagersänger Norman Langen, der in derselben Staffel Siebter wurde, brachte ein Album heraus und ist mittlerweile regelmäßig ausgebucht. Von den rund 300 Auftritten, die er im Jahr bestreitet, kann er gut leben. Ihm will es Kristof Hering gleichtun, der DSDS 2012 als Sechster verließ. Er arbeitet gerade an seiner ersten Single Tränen des Glücks und plant eine Sommertour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Fady Maalouf, Zweitplatzierter der fünften DSDS-Staffel 2008, machte mit seinem Debütalbum Blessed Gewinner Thomas Godoj Konkurrenz, landete jedoch wie im Wettbewerb hinter ihm auf Platz zwei in den Charts. Sein zweites Album schaffte es immerhin noch auf Rang 33. Wie die Gewinner tun sich andere DSDS-Kandidaten schwer mit dem kontinuierlichen Erfolg.
Küblböck überflügelt alle
Nevio Passaro, Vierter der dritten Ausgabe 2006, landete mit Amore Per Sempre einen Hit, der sich wochenlang in den Charts hielt und mittlerweile bekannter sein dürfte als die Siegersingle von Tobias Regner I Still Burn. Daran konnte der Italiener mit seinen Folgesingles jedoch nicht anknüpfen. Derzeit nimmt er an der Sat.1-Show The Winner Is teil und kämpft dort um eine Million Euro - wie übrigens auch Ex-DSDS-Kandidatin Linda Teodosiu.
Die Liste derer, die sich neben den Siegern um eine Musikkarriere bemühten, könnte endlos fortgesetzt werden. Mike-Leon Grosch, Anna-Maria Zimmermann, Martin Stosch, Sarah Kreuz, Ardian Bujupi und, und, und - sie alle veröffentlichten Singles oder Alben und genossen noch einmal ihre 15 Minuten Ruhm, der eine mehr, der andere weniger.
Die steilste Karriere unter den Top-10-Kandidaten, die nicht gewannen, kann Daniel Küblböck für sich verbuchen. Als Spaßvogel gestartet, verdiente er nach seinem dritten Platz in Staffel eins mit dem Album Positive Energie jenes Geld, das er später in eine Solaranlage investierte. Das machte ihn zum Millionär. Mittlerweile ist er auf Jazz umgestiegen und hat in diesem Jahr sein neuntes Album El Tiempo veröffentlicht. Ob auch Jesse und Co. so viel Geschäftssinn beweisen werden, bleibt ihnen zu wünschen.

