US-Präsident Donald Trump

Drohung, Deadline, Deal - wie erfolgreich ist Trump damit?

23. Juli 2025, 05:10 Uhr · Quelle: dpa
Trumps Strategie aus Drohungen und Fristen zeigt gemischte Erfolge in Innen- und Außenpolitik. Ist dieser Ansatz wirklich effektiv?

Washington (dpa) - Macht verleiht Drohungen Gewicht. Wenn sie aus dem Mund von US-Präsident Donald Trump kommen, kann er sich qua seines Amtes sicher sein, dass man ihm zuhört. Oft verbindet er seine Drohungen mit einer Deadline von einigen Wochen oder Monaten - und der Forderung nach einem Deal. 

Jüngster prominenter Fall: Trumps Verhalten gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin. Wenn es bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine innerhalb von 50 Tagen keinen Deal gebe, dann würden die USA hohe Zölle gegen Russlands Handelspartner erheben, drohte Trump vergangene Woche. Ob er das durchzieht, sollte es bis dahin keine Übereinkunft geben, bleibt abzuwarten. Es wäre nicht die erste verschobene Frist.

Im ersten halben Jahr von Trumps zweiter Präsidentschaft ließ sich diese Mischung aus Drohungen, Deadlines und dem Drängen auf Deals in ganz verschiedenen Kontexten beobachten. Wie erfolgreich ist der Republikaner damit? Drei Beispiele:

«90 Deals in 90 Tagen»? - Zolltafel und Zollbriefe

Trumps Handelspolitik ist das wohl offensichtlichste Beispiel und eines das zeigt, dass Fristen bei ihm flexibel sein können, genau wie seine Definition eines Deals. Anfang April hielt Trump im Rosengarten des Weißen Hauses eine Tafel in die Kamera. Darauf zu sehen: sogenannte wechselseitige Zölle gegen zahlreiche Länder, mit denen die USA nach Auffassung der US-Regierung ein besonders großes Handelsdefizit haben. 

Das sorgte weltweit für Schock, an den Börsen ging es bergab. Trump setzte daraufhin zumindest diese Zölle größtenteils wieder aus - für 90 Tage, wie es zunächst hieß. Diese Pause sollte für Verhandlungen genutzt werden, Trump und sein Team sahen sich in starker Position: «Sie brennen darauf, einen Deal zu machen. Sie sagen, "bitte, bitte, mach einen Deal, ich mache alles für einen Deal, Sir"», sagte der Präsident über von seinen Zöllen betroffene Länder, kurz bevor er den Aufschub bekanntgab. Sein Wirtschaftsberater Peter Navarro hielt «90 Deals in 90 Tagen» für möglich. 

In den Wochen darauf wurde deutlich: ganz so einfach ist es nicht. Nach 90 Tagen standen nur wenige Deals, die Beobachtern zufolge - wenn überhaupt - auch eher Rahmenvereinbarungen glichen als traditionellen Handelsabkommen. 

Kurz bevor die Frist verstrich, verschob Trump sie einfach um gut drei Wochen auf Anfang August - gefolgt von neuerlichen Drohungen an Handelspartner in Form von Zollbriefen. Drohte er der EU auf seiner Tafel im April noch mit Zöllen in Höhe von 20 Prozent, so legte er in seinem Brief noch einen drauf - nun geht es um 30 Prozent. Trump bezeichnete diese erhöhte Drohkulisse zuletzt als «Deal», machte aber auch klar, dass die Gespräche weitergehen. Ob es am Ende einen echten Deal gibt? Völlig offen. 

«Heute ist Tag 61» - Angriffe auf den Iran 

Trumps Verhalten gegenüber dem Iran lässt sich kaum isoliert vom Verbündeten Israel betrachten - welche Botschaften er an Teheran und in die Welt sendete, jedoch schon. Sie zeichnen das Bild eines Präsidenten, der es ernst meint mit seinen Drohungen, wenn bis zu der von ihm gesetzten Frist kein Deal steht. Ob dabei tatsächlich alles genau dann und genauso passiert, wie von Trump gewollt, tritt in dieser öffentlichen Darstellung in den Hintergrund. 

Im April nahmen die USA und der Iran unter Vermittlung des Oman nach Jahren der Eiszeit wieder Gespräche auf. Das Ziel: ein neues Atomabkommen. Zuvor hatte Trump Irans oberstem Führer Ali Chamenei nach eigenen Angaben einen Brief geschickt und darin die Hoffnung geäußert, dass der Iran verhandeln werde, «denn wenn wir militärisch eingreifen müssen, wird es schrecklich werden». Der US-Präsident setzte Chamenei laut Medienberichten zudem einen zweimonatigen Zeitrahmen für die Verhandlungen. 

Rund zwei Monate nach deren Beginn war eigentlich eine weitere Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den USA geplant, doch dazu kam es nicht: Israel griff den Iran an. Trump stellte das auf der Plattform Truth Social als Konsequenz aus mangelnder Deal-Bereitschaft dar: Er habe dem Iran vor zwei Monaten ein Ultimatum von 60 Tagen gestellt, um einen Deal zu machen, schrieb er. «Sie hätten es tun sollen! Heute ist Tag 61».

Einige Tage später griffen die USA die drei wichtigsten Atomanlagen des Irans an - und zerstörten sie nach Darstellung Trumps vollständig. Hinter dem tatsächlichen Ausmaß der Schäden steht aber nach wie vor ein Fragezeichen. Während Trump kurz darauf eine Waffenruhe und das Ende des zwölftägigen Kriegs zwischen Israel und dem Iran verkündete, ist der tiefer liegende Konflikt nach wie vor ungelöst. Trump kündigte Ende Juni erneut Gespräche an. Bislang sind jedoch keine neuen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm bekannt. 

Ohnehin stellt sich die Frage, wie ernsthaft Trumps Bemühungen um einen neuen Atomdeal sind. Hielt er es tatsächlich für realistisch, ein solches Abkommen innerhalb von wenigen Monaten auszuhandeln? Von den ersten Verhandlungen bis zum Abschluss des Wiener Atomabkommens zur Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms im Jahr 2015 vergingen Jahre. Trump stieg 2018 in seiner ersten Amtszeit einseitig aus diesem Deal - der nicht seiner war - aus. 

«Am 4. Juli Urlaub machen» - Trumps Steuergesetz

Im Vergleich zum Ausland scheint Trumps Mischung aus Drohungen und Fristen im Inland effektiver. Sein wohl größter Erfolg in seiner zweiten Amtszeit im US-Kongress bislang: die Verabschiedung des Gesetzes, das unter dem Namen «One Big Beautiful Bill» («Ein großes, schönes Gesetz») bekannt ist.

Auch in den eigenen Reihen gab es Vorbehalte gegen das Steuer- und Ausgabengesetz. Doch Trump machte stets deutlich, dass er es bis zum Unabhängigkeitstag auf seinem Schreibtisch haben will: «Wir liegen im Zeitplan – lasst uns weitermachen und fertig sein, bevor Sie und Ihre Familie am 4. Juli Urlaub machen», richtete er sich etwa auf Truth Social an die Republikaner im Repräsentantenhaus, nachdem das Gesetz den Senat passiert hatte. 

Über Wochen übte der Präsident immer wieder Druck auf Kongressmitglieder aus - mit Erfolg: Einen Tag vor Ablauf seiner Deadline verabschiedete das Repräsentantenhaus das Gesetz. Trump sagte danach über sein Einwirken auf Parteikollegen: «Was ich gemacht habe ist - wir haben darüber geredet, wie gut das Gesetz ist. Ich meine, das ist ein Deal, denke ich, wenn man darüber nachdenkt.»

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23.07.2025 · 05:10 Uhr
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