Drohnenhersteller Stark verstärkt Vorstand mit Managern von Rheinmetall und Zalando
Vorstandsteam nach CEO-Wechsel komplett
Nachdem Investor Uwe Horstmann im Oktober den CEO-Posten bei Stark übernommen hatte, ist die Führungsriege des Drohnenherstellers nun vollständig. Neu in den Vorstand berufen wurden Jan-Patrick Helmsen als Chief Sales Officer (CSO) sowie Martin Rost als Chief Operating Officer (COO). Beide sollen das junge Unternehmen operativ und strategisch auf die nächste Entwicklungsstufe heben.
Horstmann, der zugleich eine führende Rolle beim Stark-Investor Project A innehat, hatte den Aufbau des Managementteams persönlich verantwortet. Ziel ist es, technologische Entwicklung, Produktion und Marktzugang stärker zu professionalisieren.
Vertriebsexpertise aus der Rüstungsindustrie
Mit Jan-Patrick Helmsen gewinnt Stark einen Manager mit langjähriger Erfahrung im Verteidigungssektor. Der 45-Jährige war zuletzt bei Rheinmetall für das Munitions- und Waffensystemgeschäft verantwortlich – ein Bereich, der einen erheblichen Anteil zum Ergebnis des Konzerns beiträgt. Zuvor sammelte Helmsen internationale Erfahrung, unter anderem bei der Rheinmetall-Tochter Denel in Südafrika.
Insgesamt war Helmsen rund zehn Jahre für Rheinmetall tätig und gehörte dort zum erweiterten Führungskreis. Sein Wechsel zu Stark erfolgt nach einer mehrmonatigen Übergangsphase. Als CSO soll er den internationalen Vertrieb aufbauen und die Expansion in weitere europäische Märkte vorantreiben. Seine Erfahrung im Hochfahren industrieller Produktion sowie seine Kontakte zu Behörden und Militärs gelten intern als entscheidender Mehrwert.
COO mit Skalierungserfahrung aus der Tech-Szene
Der zweite Neuzugang, Martin Rost, bringt tiefgehende Erfahrung aus der Berliner Start-up- und Tech-Welt mit. Nach Stationen bei Rocket Internet wechselte er früh zu Zalando, wo er über 16 Jahre tätig war und als Senior Vice President die größte B2C-Geschäftseinheit verantwortete. In dieser Funktion berichtete er direkt an den Konzernvorstand.
Bei Stark übernimmt Rost nun die Rolle des COO. Sein Fokus liegt auf dem Aufbau einer industriellen Serienproduktion und der Skalierung des operativen Geschäfts. Den Wechsel in die Verteidigungsbranche begründet Rost mit der strategischen Bedeutung europäischer Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit.
Eng vernetzter Vorstand mit Tech-Hintergrund
Mit Ausnahme von Helmsen stammt der gesamte Stark-Vorstand aus der Berliner Tech- und Start-up-Szene. Mehrere Mitglieder sind seit Jahren unternehmerisch miteinander verbunden, unter anderem über das Investorenkollektiv Saarbrücker21. Auch CFO André Schneider und Technikchef Johannes Schaback haben ihre Wurzeln in der Start-up-Welt. In der zweiten Führungsebene setzt Stark hingegen stark auf ehemalige Soldaten.
Diese Mischung aus militärischer Praxis, industrieller Erfahrung und Tech-Skalierung soll dem Unternehmen helfen, sich in einem zunehmend kompetitiven Markt zu behaupten.
Stark wächst rasant – trotz früherer Rückschläge
Stark wurde Anfang 2024 von Florian Seibel und Sven Kruck gegründet, den Köpfen hinter dem Drohnenunternehmen Quantum Systems. Finanziert wurde der Aufbau unter anderem von Project A, Sequoia Capital und dem Nato Innovation Fund. Medienberichten zufolge wurde das Unternehmen zuletzt mit rund 500 Millionen Euro bewertet. Mehr als 350 Mitarbeitende arbeiten an unbemannten Systemen für Luft- und Wassereinsätze.
Im Fokus steht derzeit die sogenannte Loitering-Munition „Virtus“ – eine bewaffnete Drohne, die über Zielgebieten kreist und präzise eingesetzt werden kann. Das System wird nach Angaben aus Branchenkreisen bereits in der Ukraine genutzt und befindet sich zudem in der Erprobung bei der Bundeswehr. Nach anfänglichen technischen Problemen sollen die jüngsten Tests deutlich besser verlaufen sein.
Mit dem neu formierten Vorstand signalisiert Stark nun, dass der Übergang von der Entwicklungsphase in den industriellen und kommerziellen Maßstab ernsthaft begonnen hat.


