Dringender Handlungsbedarf: Experten fordern mehr Lehrkräfte in Deutschland
Expertinnen und Experten haben in einem wissenschaftlichen Gutachten für die Kultusministerkonferenz (KMK) darauf hingewiesen, dass in Deutschland dringend mehr Lehrkräfte benötigt werden. Trotz einiger Maßnahmen der Universitäten zur Studieninformation und zur Sicherung des Studienerfolgs bestehe weiterhin eine anhaltend geringe Nachfrage sowie hohe Schwundquoten, insbesondere in den Mangelfächern.
Kritisiert wird zudem, dass präzise Daten zu den Studienanfängerzahlen sowie zu den Studien- und Ausbildungsverläufen fehlen. Auch fächerspezifische Prognosen liegen nur punktuell vor. Diese Informationen seien jedoch wichtig für die Universitäten, um gezielt gegen Studienabbrüche steuern zu können, so Olaf Köller, Co-Vorsitzender der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) und geschäftsführender Direktor des IPN - Leibniz-Institut für die Didaktik der Naturwissenschaften und Mathematik.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, empfiehlt das Gutachten insgesamt elf Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem eine bundesweite Werbekampagne, die die Zugangsmöglichkeiten in den Lehrerberuf bewirbt. Weitere Vorschläge beinhalten die verstärkte Nutzung digitaler Lernangebote, die gezielte Förderung von Nachwuchskräften sowie eine verbesserte Unterstützung der angehenden Lehrpersonen während ihrer Ausbildung.
Die Ergebnisse des Gutachtens wurden am Freitag in Berlin vorgestellt. Nun liegt es an den Bildungsministerien der Länder, die Empfehlungen in die Tat umzusetzen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Bedarf an Lehrkräften in Deutschland zu decken. (eulerpool-AFX)

