Drei Schritte in die klimafreundliche Zukunft
Prof. Simone Linke spricht bei der Heilbronner Bürger-Uni über „Die grüne Stadt der Zukunft“
Heilbronn, 28.03.2025 (PresseBox) - AlarmierendeAussichtenschildertProf. Simone Linkeihrem Publikumbei derBürger-Uniauf demBildungscampus Heilbronn: „Es wird immer wärmer“, sagt dieProfessorin für Stadtplanung und Landschaft an derHochschule Weihenstephan-Triesdorf bei dervonTUM Campus Heilbronn,Heilbronner StimmeundDieter Schwarz Stiftunggemeinschaftlich organisierten Veranstaltung, die von Tobias Wieland moderiert wird. Eine Deutschlandkarte, die diedurchschnittliche Anzahl von Hitzetagen pro Jahrgegen Ende des 21. Jahrhundert prognostiziert, zeigt ausgedehnte rote Flächen: „Vor allem im Süden und Südwesten wird es wahnsinnig heiß.“ Wenn gleichzeitig die Bevölkerungzunimmt, ist man schnell in einem Teufelskreisaus zunehmenderVersiegelung der Städte und umso rasanter ansteigenden Temperaturen gefangen.
DiemöglichenFolgen: Immer mehr Menschen sterben durch Hitze, die Belastung durch UV-Strahlen nimmt weiter zu, während die Luftqualität schlechter wird und sich Pollenallergien verschlimmern. Gleichzeitig kommtes häufiger zu Starkregen, dersich mitausgedehnten Trockenperiodenabwechselt.
Weniger Grau, mehr Grün
Doch Linkeistnicht gekommen, um das Publikumzu verunsichern,sondern umLösungen zu präsentieren. „Das sind alles große Herausforderungen, denen wir aber gut begegnen können“, sagt sie und erklärt wie:Unter dem Motto „Grün in der Stadt“stellt die Wissenschaftlerin das Konzept der„DreifachenInnenentwicklung“ vor.
Zunächst einmal gehe es darum, die Städte nicht immer weiter auszudehnen, sondern zuverdichten undsogenannte Graue Energie, die für den BauvonHäusernverbraucht wird, einzusparen. Dabei sei es wichtig, bestehende Gebäude zu nutzen und gegebenenfalls zu sanieren statt sie abzureißen.Linkeempfiehlt, so weit wie möglich auf erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe zu setzen.
Die zweite Dimension umfasst das Sichern und Weiterentwickeln von Grünflächen. Pflanzen seien wahre Multitalente, die sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit und die Biodiversität auswirken und nicht zuletzt auch das Klima regulieren.Dochdabei gebees Einschränkungen, denn: „Grün ist nicht gleich Grün.“ Während große Bäume mit ihren riesigen Schatten und ihrer Verdunstungskühle tagsüber die „Top-Klimamanager“ seien, seien in der Nacht ausgedehnte Rasenflächen wichtiger, die die warme Luft entweichen lassen.Entscheidend seien auchLüftungsachsen, die sich durch die Stadt ziehen und die nicht bebaut werden sollten.
Weniger Autos, mehr Carsharing
In der dritten Dimension geht es umklimafreundlicheMobilitätskonzeptemit weniger Autos undmehröffentlichem Nahverkehr, Fuß- und Radwegen sowie Car- und Bikesharing-Angeboten.Da Bäume oft erst nach 50 Jahren eine spürbare Kühlwirkung entfalten,seienkurz- und mittelfristig andere Lösungeneffektiver: „Wir müssen versuchen, unsere Städte autoärmer umzubauen.“Ganz entscheidendsei es, die Zahl der Stellplätze zu reduzieren.
Zum Abschluss gibt die Forscherin ihrem Publikum noch die prägnante „3 - 30 - 300“-Faustregel mit auf den Weg: Von jedem Ort in der Stadt aus sollte man mindestens drei Bäume sehen können. 30 Prozent der Stadtfläche sollten von Baumkronen überdeckt sein.Und schließlich: Die nächste Park- oder Grünfläche sollte nicht weiter als 300 Meter entfernt sein.
Zur Aufzeichnung der Veranstaltung geht eshier. Die Bürger-Uni geht am 25. Juni 2025 weiter. Dann sprichtProf. Mojib Latifüber das Thema "Lässt sich die Klimakatastrophe noch verhindern?"

