Dragon Quest I & II HD-2D Remake im Test: Eine liebevolle Neuinterpretation zweier Meilensteine

29. Oktober 2025, 16:01 Uhr · Quelle: DailyGame.AT
Tauche ein in die HD-2D Remakes von Dragon Quest I & II und erlebe, wie Square Enix die Originale mit frischen Features aufwertet. Diese Neuinterpretation verbindet Nostalgie mit moderner Spielbarkeit für ein zeitloses Abenteuer.

Square Enix steht seit Jahrzehnten für legendäre Rollenspiele – und es ist nur passend, dass sich das Studio nun auch den Anfängen einer der wichtigsten RPG-Reihen aller Zeiten widmet. Dragon Quest ist nicht einfach nur ein Klassiker, sondern ein Stück Videospielgeschichte.
Bereits im vergangenen Jahr konnte Dragon Quest III HD-2D Remake die Fans begeistern. Mit Dragon Quest I & II HD-2D Remake schließt sich nun der Kreis der sogenannten Erdrick-Trilogie.
Fans der Reihe – und alle, die es noch werden wollen – erwartet eine nostalgische Reise zurück zu den Wurzeln der Serie. Das Doppel-Remake kombiniert moderne Technik, detailverliebte Grafik und jede Menge neue Inhalte, ohne dabei den Charme des Originals zu verlieren.

Die Ursprünge

In Dragon Quest I übernehmen wir die Rolle eines Nachfahren des legendären Erdrick, der sich allein aufmacht, das Land von der Dunkelheit zu befreien. Was einst ein puristisches Solo-Abenteuer war, bleibt es auch heute – allerdings mit einer spürbar verbesserten Balance zwischen Retro-Flair und moderner Spielbarkeit.

Dragon Quest II führt die Geschichte viele Jahre später fort. Aus der Blutlinie des Helden sind drei Königreiche hervorgegangen – doch als eine neue Bedrohung über die Welt hereinbricht, müssen die Nachfahren Erdricks erneut zu den Waffen greifen. Hier wird alles größer, epischer und erzählerisch dichter. Neue Schauplätze, mehr Figuren und eine Welt, die trotz Retro-Optik erstaunlich lebendig wirkt, machen den zweiten Teil zu einem echten Highlight.

© ARMOR PROJECT/BIRD STUDIO/SPIKE CHUNSOFT/SQUARE ENIX © SUGIYAMA KOBO ℗ SUGIYAMA KOBO

© ARMOR PROJECT/BIRD STUDIO/SPIKE CHUNSOFT/SQUARE ENIX
© SUGIYAMA KOBO ℗ SUGIYAMA KOBO

Neue Geschichten, neue Wege, neue Tiefen

Was Dragon Quest I & II HD-2D Remake so besonders macht, ist seine gelungene Gratwanderung zwischen Bewahren und Verbessern. Die rundenbasierten Kämpfe bleiben dem klassischen Stil treu, wurden aber an entscheidenden Stellen modernisiert.
In Dragon Quest I darf man nun erstmals gegen mehrere Gegner gleichzeitig antreten – eine kleine, aber entscheidende Neuerung, die das Balancing deutlich dynamischer macht.

In beiden Teilen sorgen neue Zauber, Schriftrollen-Fähigkeiten und das überarbeitete Sigil-System für spürbar mehr taktische Tiefe. Sigillen – einst reine Story-Objekte – gewähren jetzt passive Boni im Kampf oder verstärken bestimmte Angriffe und Zauber. Das Ergebnis: ein angenehm fließender Spielfortschritt, bei dem man stetig das Gefühl hat, stärker, geschickter und cleverer zu werden.

Auch die Quality-of-Life-Verbesserungen zeigen, dass Square Enix aus dem dritten Teil gelernt hat: Auto-Save nach Kämpfen, variable Kampfgeschwindigkeit, Zielmarkierungen und optionale Hilfen machen die Abenteuer deutlich zugänglicher, ohne ihren nostalgischen Charme zu verlieren.

Ein weiteres bekanntes Element feiert seine Rückkehr: die Mini-Medaillen. Überall in der Welt versteckt, lassen sie sich gegen wertvolle Belohnungen wie Waffen, Rüstungen oder Schriftrollen eintauschen.

Unter dem Meer

Die wohl größte Neuerung findet sich jedoch in Dragon Quest II: eine völlig neue Unterwasserwelt. Neben einem eigenen Story-Abschnitt erwarten uns neue Monster, Bosse und Gebiete – darunter eine Stadt der Meerjungfrauen, ein Geisterschiff und ein Schatzgewölbe in den Tiefen des Meeres.
Während der Erkundung stößt man auf die sogenannten Erinnerungen der Welt, die von Hargons Schergen in den gefährlichsten Winkeln des Ozeans versteckt wurden. Diese Erinnerungen müssen gefunden und zur Archivarin im Feenpalast zurückgebracht werden – ein wunderbar märchenhaftes Feature, das perfekt in den Dragon Quest-Kosmos passt.

Und als wäre das nicht genug, erweitert Dragon Quest II auch das Helden-Ensemble: Die Prinzessin von Cannock ist nun erstmals als spielbare Figur dabei. Mit ihrer frechen, ungestümen Art und blitzschnellen Bewegungen sorgt sie im Kampf für ordentlich Chaos – und bringt frischen Wind in die Gruppendynamik.

Zwischen Kämpfen und Erkundung sorgt ein charmantes Minispiel für Auflockerung: die Tombola. Mit Tickets, die man während der Reise sammelt, lassen sich an Automaten wertvolle Preise gewinnen – von seltener Ausrüstung bis hin zu Mode-Accessoires. Ein kleines, aber feines Detail, das den typischen Dragon Quest-Charme perfekt einfängt.

Ein neuer Look für alte Legenden

Optisch ist das Remake einmal mehr ein Paradebeispiel dafür, was der HD-2D-Stil leisten kann. Diese einzigartige Mischung aus handgezeichneten 2D-Sprites und dynamisch beleuchteten 3D-Umgebungen verleiht den beiden Klassikern eine fast schon märchenhafte Tiefe.
Die Lichter in den Höhlen, die funkelnden Zauber-Effekte und der warme Glanz der Städte wirken, als wären sie direkt aus einer nostalgischen Erinnerung entsprungen – nur in moderner Auflösung.
Fans des dritten Teils werden sofort Parallelen erkennen, doch die Farbpalette ist hier etwas wärmer und das Pacing spürbar runder.

Auch die neuen Cutscenes und Story-Segmente fügen sich harmonisch in die vertraute Erzählweise ein. Besonders schön: Dragon Quest II bietet nun vollständige englische und japanische Sprachausgabe – ein kleines, aber wirkungsvolles Detail, das die Dialoge spürbar lebendiger macht.

Soundtrack & Atmosphäre

Wie ich bereits in meiner Review zu Dragon Quest III HD-2D Remake betont habe, ist die Musik ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Reihe.
Natürlich darf Koichi Sugiyamas legendärer Soundtrack nicht fehlen – und er klingt dank der Tokyo Metropolitan Symphony besser als je zuvor.
Die orchestrale Neuinterpretation der alten 8-Bit-Melodien sorgt für pure Nostalgie und Gänsehaut. Vom ikonischen Titelthema über epische Kampffanfaren bis hin zu melancholischen Stadtmotiven – jede Note transportiert die Magie einer Zeit, in der Rollenspiele noch handgefertigte Abenteuer waren.

Drei Schwierigkeitsgrade, ein Gefühl

Mit den drei auswählbaren Modi – Dracky Quest (leicht), Dragon Quest (klassisch) und Draconian Quest (hart) – ist für jeden Spielertyp etwas dabei.
Die Möglichkeit, jederzeit zwischen den Modi zu wechseln, ist ein echter Pluspunkt und macht längere Grinding-Sessions wesentlich angenehmer.

Dragon Quest I bietet mit seinen rund 10–15 Stunden ein kompaktes, aber intensives Rollenspielerlebnis – ein kurzer, nostalgischer Ausflug in die Anfänge des Genres.
Dragon Quest II hingegen entfaltet sich über etwa 35–40 Stunden zu einer epischen Reise mit größerer Welt, mehr Charakteren und emotionaler Tiefe.

Fazit zu Dragon Quest I & II HD-2D Remake

Dragon Quest I & II HD-2D Remake ist weit mehr als ein nostalgisches Wiedersehen – es ist eine liebevolle Neuinterpretation zweier Meilensteine, die das Genre geprägt haben.
Square Enix beweist erneut, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sein müssen.

Egal, ob man die Reihe von Beginn an verfolgt oder nach Dragon Quest III HD-2D nun den Anfang der Geschichte erleben möchte – dieses Remake ist ein Pflichttermin für alle, die verstehen wollen, warum Dragon Quest bis heute das Fundament des JRPGs bildet.

Ein zeitloser Klassiker, neu geboren – charmant, liebevoll und mit genau der Portion Retro-Magie, die wir uns erhofft haben.

DRAGON QUEST I & II HD-2D REMAKE – Erscheint am 30. Oktober 2025 für Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation5, Xbox Series X|S, und PC via Steam.

Gaming / Dragon Quest / Square Enix / Reviews / Nintendo
[dailygame.at] · 29.10.2025 · 16:01 Uhr
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