DocMorris: Ambitionierte Wachstumspläne und positiver Ausblick trotz Herausforderungen
Die Online-Apotheke DocMorris strebt nach einem erfolgreichen Jahresauftakt mittelfristig ein kräftiges Wachstum an. Geplant ist eine jährliche Umsatzsteigerung von rund 20 Prozent, wie der Herausforderer von Redcare Pharmacy bekanntgab.
Bis 2026 nimmt sich DocMorris vor, zumindest im Tagesgeschäft aus den roten Zahlen zu kommen und den Breakeven beim bereinigten operativen Ergebnis zu erreichen. Ein positiver freier Barmittelzufluss wird für das Jahr 2027 ins Auge gefasst. Bereits am Donnerstag erfreute sich die DocMorris-Aktie eines kräftigen Kursanstiegs von fast neun Prozent, was sich im Kontext eines ohnehin erholten Aktienmarkts abspielte. Parallel zog auch die Redcare-Aktie um acht Prozent an.
Obwohl sich DocMorris im bisherigen Jahresverlauf besser entwickelte als der Rivalen, bleibt das Unternehmen in einem Langzeitvergleich hinter Redcare zurück. Im Verlauf der letzten fünf Jahre gelang es Redcare, den Börsenwert nahezu zu verdoppeln, während DocMorris einen dramatischen Einbruch von über 85 Prozent verkraften musste.
Für 2025 prognostiziert DocMorris eine Umsatzsteigerung von mehr als zehn Prozent. Dennoch wird ein bereinigtes operatives Minus von 35 bis 55 Millionen Schweizer Franken erwartet. Der Grund liegt unter anderem in zusätzlichen Marketingausgaben von rund 15 Millionen Franken, die das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten fördern sollen.
Im ersten Quartal wuchs das Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien in Deutschland um 52 Prozent, was deutlich über dem Zuwachs im Bereich der freiverkäuflichen Medikamente liegt. DocMorris setzt hierbei auf eine treue Kundschaft mit starker Wiederbestellrate und einer Zunahme an Neukunden.
Im ersten Quartal des Jahres stieg der Umsatz der DocMorris-Gruppe um 13 Prozent auf knapp 297 Millionen Franken an, was den Erwartungen der Analysten entsprach. In Deutschland betrug der Umsatzanstieg 13,4 Prozent und belief sich auf gut 280 Millionen Franken.
Trotz dieser Erfolge kann sich DocMorris derzeit nicht mit dem Wachstum von Redcare messen. Der Konkurrent hat in Deutschland mit E-Rezepten einen Umsatz von 108 Millionen Euro erreicht und die Gesamterlöse um 28 Prozent auf 717 Millionen Euro gesteigert.
Bereits im März kündigte DocMorris eine Kapitalerhöhung von 200 Millionen Franken an, die das Unternehmen mit Unterstützung eines Bankenkonsortiums umsetzen wird. Diese Mittel sollen vor allem in das künftige Wachstum des Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Medikamenten investiert werden. Weitere Details sind zur Generalversammlung am 8. Mai zu erwarten.

