Diplomatischer Drahtseilakt: Trump und Selenskyj im Weißen Haus
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für Schlagzeilen, indem er den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj kurz vor einem bedeutenden Treffen im Weißen Haus unter Druck setzt. In einem aufschlussreichen Beitrag seiner Plattform Truth Social stellte Trump die Möglichkeit eines schnellen Endes des Ukraine-Kriegs in den Raum, falls Selenskyj sich dafür entschiede, andernfalls müsse er weiter kämpfen. Zugleich erklärte Trump den angestrebten Nato-Beitritt der Ukraine und die Rückgabe der ehemals ukrainischen Krim als unrealistische Ziele, wobei er auf die Untätigkeit des damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Jahr 2014 verwies.
Trump plant zwei aufeinanderfolgende Spitzentreffen im Weißen Haus. Zunächst soll ein Gespräch mit Selenskyj unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, gefolgt von einer Diskussion mit hochrangigen europäischen Politikern, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Dies könnte möglicherweise den Weg für ein drittes Treffen ebnen, bei dem auch Russland involviert wäre.
Die deutschen Behörden berichten, dass die Gespräche Themen wie Sicherheitsgarantien und territoriale Fragen zum Donbass umfassen werden. Unbestätigte Berichte deuten darauf hin, dass Trump die Möglichkeit eines schnellen Friedensabkommens sieht, sofern die Ukraine den gesamten Donbass an Russland abtritt – ein Vorschlag, den Selenskyj entschieden ablehnt.
Im Fokus steht die Suche nach einem Nato-ähnlichen Schutzversprechen für die Ukraine. Trotz Russlands Zustimmung zu Sicherheitsgarantien nach Nato-Artikeln bleibt unklar, welche Gegenleistungen es dafür von den USA oder Europa erwartet. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul zeigt sich skeptisch gegenüber einer militärischen Entsendung deutscher Truppen in die Ukraine, während der ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksii Makeiev, die Bedeutung von Sicherheitsgarantien betont.
Während diese delikaten Gespräche vorbereitet werden, verzeichnet die Ukraine erneut schwere Angriffe durch russische Truppen. In Charkiw und Saporischschja wurden zahlreiche zivile Opfer durch Drohnen- und Raketenangriffe gemeldet. Der Angriff auf zivile Gebiete unterstreicht die brutale Realität des Konflikts, während internationale Gespräche nach Frieden streben.

