Diplomatische Weichenstellungen: Deutschlands Neuer Kurs in Asien
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf seiner Antrittsreise nach Asien deutliche Signale für die zukünftige Ausrichtung der deutschen Außenpolitik gesetzt. In Reaktion auf den andauernden Zollkonflikt mit der US-Regierung von Donald Trump sucht Wadephul verstärkt die wirtschaftliche Verknüpfung mit strategischen Partnern wie Japan und Indonesien. Gleichzeitig kritisierte er die Politik von China und Nordkorea scharf.
Auf der Weltausstellung Expo in Osaka betonte Wadephul die Notwendigkeit, Deutschlands Handelsbeziehungen zu diversifizieren und ein stabiles Netzwerk durch neue Handelsabkommen und die Stärkung bestehender Partnerschaften zu schaffen. Ein besonderes Anliegen ist ihm der zügige Abschluss des EU-Freihandelsabkommens Cepa mit Indonesien, um Nachhaltigkeitsstandards und Investitionserleichterungen sicherzustellen.
Die Förderung von Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung zur Erreichung von technologischen Lösungen in Spitzentechnologie, Nachhaltigkeit und grüner Energie ist ein weiteres zentrales Anliegen des Ministers. Seiner Ansicht nach führt technologischer Fortschritt zu weniger Abhängigkeit.
Beim Besuch eines Marine-Stützpunkts in Yokosuka äußerte Wadephul seine Sorgen über Chinas und Nordkoreas Einfluss auf die Stabilität im Indopazifik. Er unterstrich die Bedeutung friedlicher Grenzziehungen gemäß der UN-Charta und warnte vor technologischem Führungsstreben Chinas und Nordkoreas nuklearen Ambitionen.
Besonderes Augenmerk legte Wadephul auf Nordkorea, dessen nukleare Aufrüstung und aggressive Rhetorik er verurteilte. Er informierte sich über die Arbeit der Koordinierungsgruppe zur Überwachung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea, in der Deutschland aktiv involviert ist.
Seine Reise setzt der Außenminister in Indonesien fort. Dort stehen Begegnungen mit politischem Fokus und die Vertiefung der bilateralen Beziehungen auf der Agenda. Angesichts des Nahost-Konflikts sieht Wadephul die Chance, Deutschlands Position zu Israel zu erläutern, ohne die kritische humanitäre Lage im Gazastreifen aus dem Blick zu verlieren.

