Diplomatische Annäherung: Meloni und Macron treffen sich in Rom
Italiens Premierministerin Giorgia Meloni und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kamen in Rom zu einem diplomatisch bedeutenden Treffen zusammen, welches von politischen Beobachtern als ein Zeichen der Annäherung gewertet wurde. Nach intensiven dreistündigen Gesprächen betonten beide Staatsoberhäupter ihre gemeinsame „unerschütterliche“ Unterstützung für die Ukraine, mit dem Ziel, eine „faire und dauerhafte Lösung“ zu finden.
Darüber hinaus sei es Zeit für einen „ehrgeizigen Maßstabswechsel in der europäischen Verteidigungspolitik“, wie die gemeinsame Pressemitteilung verlauten ließ. Ebenso diskutierten Meloni und Macron die europäische Zusammenarbeit in den Bereichen Migration und die politische Lage im Nahen Osten.
Ein weiteres bilaterales Treffen ist bereits für Anfang 2026 in Frankreich vorgesehen. Während das Aufeinandertreffen im Palazzo Chigi als diplomatischer Neustart zwischen den beiden Nationen gewertet wird, betonen beide Seiten, dass ein vollständiges Einfrieren der Beziehungen nie stattgefunden habe.
Man habe viele Übereinstimmungen, aber auch Differenzen, erklärte Meloni, Vorsitzende der rechten Partei Fratelli d'Italia, zuletzt. Wichtig sei, den Dialog aufrechtzuerhalten, selbst bei Meinungsverschiedenheiten. Aus dem Élysée-Palast hieß es mehrmals, Italien sei nach wie vor ein wichtiger Partner, und Meloni werde keinesfalls ausgeschlossen.
Dennoch blieben die Spannungen bestehen, vor allem nach einem von Macron unternommenen Besuch in Kiew mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer, bei dem Meloni nicht anwesend war. Auch bezüglich der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand gibt es unterschiedliche Ansichten: Italien verwehrt sich entschieden gegen eine Truppenentsendung.
Auch in Bezug auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump scheinen Meloni und Macron unterschiedliche Ansätze zu verfolgen, wobei Rom Nähe und Vermittlung sucht, während Paris europäische Unabhängigkeit favorisiert.

