Diplomatie am Scheideweg: Selenskyj schickt Chefunterhändler in die USA
Die europäische Sicherheitsarchitektur steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit allen Mitteln versucht, die Sicherheit seines Landes in einer von Russland bedrohten Region zu stärken. Zwei seiner nahen Vertrauten, Präsidialamtschef Andrij Jermak und der ehemalige Verteidigungsminister Rustem Umjerow, reisen dazu in die USA, um mit Vertretern der Regierung von US-Präsident Donald Trump über Sicherheitsgarantien zu verhandeln. In New York soll die Verteidigungsstrategie gegen mögliche russische Aggressionen geschmiedet werden.
Diese Diplomatie findet in einem dunklen Schatten statt, da Russland weiterhin mit großangelegten Luftangriffen auf die Ukraine reagiert. Aus Kiew werden schwere Verluste gemeldet, zahlreiche Zivilisten kommen ums Leben oder werden verletzt. In seiner Ansprache bekräftigte Selenskyj, dass die internationalen Bemühungen um Sicherheitsgarantien beschleunigt werden müssen. Die Welt müsse der russischen Führung die Konsequenzen klar vor Augen führen, falls der Krieg fortgesetzt wird.
Derweil gibt es von Seiten der russischen Regierung keine Anzeichen eines Entgegenkommens. Selenskyj beschuldigt Moskau der Untätigkeit und des gebrochenen Versprechens, welches aus der Ära Trump resultiert. Auf den Schultern Europas liegt der Hauptteil der militärischen Unterstützung, während die USA sich auf eine Beteiligung festlegen.
Währenddessen laufen die diplomatischen Drähte heiß: Jermak und Umjerow loten Treffen mit dem Kreml aus, schließen aber keine Destinationen aus und sind dafür in der Golfregion und Saudi-Arabien aktiv. Zugleich wird in der Schweiz verhandelt. Kremlchef Putin hält sich unterdessen bedeckt und verlangt eine vollständig ausverhandelte Lösung als Grundvoraussetzung für Gespräche mit der Ukraine.
Kritische Stimmen, wie die des deutschen Außenministers Johann Wadephul, hegen erhebliche Zweifel an der Bereitschaft Russlands zur Verhandlung und befürworten starken Druck in Form von Sanktionen. Der russische Angriffskrieg hält die Ukraine seit mehr als dreieinhalb Jahren in Atem, und mit jedem Luftangriff steigt die Besorgnis um die Energieinfrastruktur, die gezielt ins Visier genommen wird.
In Russland selbst wird von Drohnenalarm berichtet, während der Betrieb an Flughäfen zeitweise eingeschränkt ist. Zudem gibt es Berichte über schwerwiegende Beeinträchtigungen durch ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen, was zu landesweiten Versorgungsengpässen führt.

