Digitalisierung im Handwerk: Zwischen Faxgeräten und digitalen Hürden
Die Digitalisierung im deutschen Handwerk verläuft schleppend. Eine aktuelle Umfrage des Digitalbranchenverbands Bitkom zeigt, dass während fast neun von zehn Handwerksbetrieben die Potenziale der Digitalisierung erkennen, dennoch viele in der Umsetzung zögerlich sind. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder erklärte, dass es noch erheblichen Nachholbedarf in der Branche gibt.
Bemerkenswert ist, dass ein Viertel der Handwerksbetriebe weiterhin auf das Faxgerät setzt, um zu kommunizieren. Die Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie Online-Meetings und Portale für Kunden oder Mitarbeiter ist weniger verbreitet und wird lediglich von 36 beziehungsweise 28 Prozent der Befragten genutzt.
Die Studie hebt die Vorteile einer verbesserten Digitalisierung hervor, insbesondere in Bereichen wie digitaler Kommunikation und Abrechnung. So gaben 68 Prozent der Betriebe an, digitale Angebote zu versenden, während 62 Prozent dies für Rechnungen tun. Weit weniger als die Hälfte ermöglicht jedoch die Online-Terminbuchung.
Bitkom zufolge bewerten die Handwerksbetriebe ihren Digitalisierungsgrad lediglich mit der Durchschnittsnote 3. Die Umfrage enthüllte, dass fehlende Kapazitäten, hohe Investitionskosten sowie Bedenken um IT-Sicherheit die Weiterentwicklung bremsen. Auch die unzureichende Digitalisierung von Behörden sowie die Digitalkompetenz der Mitarbeiter werden als hinderliche Faktoren genannt.

