Digitaler Verkaufstrend nach Corona: Onlinehandel stabilisiert sich
ein Sinnbild für moderne Einkaufsgewohnheiten. Schuhe, Technik, Lifestyle-Produkte: Vielfach wanderten diese in den letzten Jahren über den virtuellen Ladentisch. Ein Trend, den insbesondere die Pandemie stark katalysierte. Doch nach einer Studie des Handelsverbands Deutschland (HDE), scheint sich der anfängliche Online-Boom zu konsolidieren. Laut dem HDE Online-Monitor stagnierten die Umsätze nach einem Höhepunkt im Jahre 2021, und der digitale Anteil am Einzelhandel schlüpfte von knapp 15 Prozent auf etwas mehr als 13 Prozent hinunter.
Obgleich für das laufende Jahr eine marginale Steigerung des Online-Umsatzes auf über 88 Milliarden Euro erwartet wird, bleibt das Wachstum hinter den dynamischen Zeiten der Corona-Jahre zurück. Besonders spürbar wurde der Dämpfer in den vormals florierenden Segmenten Heimwerker- und Gartenbedarf, Wohnungs- und Einrichtung sowie Elektroartikel, die online Umsatzeinbußen verbuchen mussten. Konträr dazu erfährt der Online-Supermarktmarkt einen Nachfrageaufschwung – Lebensmittel und Getränke sind gefragter denn je.
Trotz des Rückzugs des Dienstleisters Getir aus dem deutschen Markt setzt HDE-Vize Stephan Tromp auf Wachstum in diesem Bereich und verweist auf starke Positionierungen etablierter Ketten wie Rewe oder Edeka. Der Lieferdienst Picnic, an dem Edeka beteiligt ist, expandierte im Vorjahr in 50 weitere Städte, obgleich dessen Rentabilität noch nicht erreicht ist.
Eine allmähliche Normalisierung nach dem Online-Ansturm spiegelt sich auch in den Geschäftsstrategien wider. Die Anzahl der Händler, die ihre Produkte online anbieten, sank leicht, während die Bedeutung großer Verkaufsplattformen mit Amazon an der Spitze unverändert blieb – das Unternehmen beansprucht über 60 Prozent des Online-Handelsvolumens für sich.
Der Mode- und Elektroniksektor bewahren ihre Rolle als starke Stützen des Internethandels, gefolgt von Freizeitartikeln. Gleichzeitig weckt die Popularität chinesischer Fast-Fashion-Anbieter wie Temu und Shein Bedenken, insbesondere aufgrund von Produktsicherheit und Vorschriftenkonformität. Mit circa 45 Prozent der Auslandsbestellungen, die aus China stammen, sieht sich auch die Kontrolle am Limit, was bei Verbrauchern zu einer oft unbewussten Bestellung ausländischer Produkte führt – wie eine IFH Köln-Umfrage ergab.
Insgesamt zeigt sich also, dass die Corona-bedingte Online-Shopping-Welle einer gewissen Beruhigung und Anpassung an den Einzelhandelsalltag gewichen ist, wobei einzelne Segmente noch auf Wachstumskurs sind. (eulerpool-AFX)

