Digitaler Rabatt-Dschungel: Handels-Apps im Kreuzfeuer
Handels-Apps wie die von Rewe, Lidl und Kaufland sind aus dem Alltag vieler Konsumenten kaum mehr wegzudenken. Sie versprechen exklusive Rabatte, Rezeptideen und die Möglichkeit, Einkaufslisten bequem mit dem Smartphone zu führen. Trotzdem bleibt Kritik nicht aus: Speziell im Fall der 'Lidl Plus'-App sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband Informationslücken in Bezug auf die datenabhängigen Rabatte. Diesem Thema widmet sich nun das Oberlandesgericht Stuttgart.
Der Trend zur Digitalkundenbindung geht nicht an den Verbrauchern vorbei. Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg spricht dabei von exklusiven Tiefpreisen, die nur für registrierte App-Nutzer gelten. Allerdings bleibt das Sparpotenzial begrenzt: Eine Analyse des Preisvergleichsportals Smhaggle zeigt, dass die Ersparnisse aus solchen Programmen eher gering ausfallen. So konnten Nutzer der Kaufland Card im letzten Quartal im Durchschnitt lediglich 2,29 Prozent sparen, während es bei Rewe Bonus noch weniger war.
Apps bieten Händlern wertvolle Einblicke in das Nutzerverhalten. Laut einer Umfrage des IFH Köln shoppen 56 Prozent der App-Nutzer häufiger bei einem Händler, und ein Drittel gibt dabei mehr Geld aus. Die Verbreitung der Apps ist beeindruckend: über 50 Prozent nutzen sie mehrmals wöchentlich. Anders sieht es bei Multipartner-Programmen wie Payback aus, das für seine breitere Anwendbarkeit bei vielen Händlern gelobt wird.
Einige große Ketten bleiben dennoch standhaft. Aldi Nord und Aldi Süd, zum Beispiel, verzichten auf exklusive App-Angebote. Sie priorisieren stattdessen gleichbleibend günstige Preise. Die Debatte um den Datenschutz sowie die Komplexität der Angebote bleibt ein Grund zur Sorge. Besonders die Vielzahl an Programmen verwirrt die Verbraucher, wie Andreas Riekötter von IFH Media Analytics betont.
Zum Schluss bleibt die Frage: Wie viel sind die gesammelten Daten in Rabattform tatsächlich wert?

