Die Prüfungen beginnen: EU setzt Apple, Google & Co. unter Druck
Die Europäische Kommission hat den Startschuss für eine vertiefte Untersuchung gegen Apple, Google, Microsoft und Booking.com gegeben. Die Tech-Giganten müssen darlegen, welche Maßnahmen sie zum Schutz ihrer Nutzer vor finanziellen Betrügereien auf ihren Plattformen ergreifen. Dies geht aus einer verpflichtenden Anforderung im Rahmen des Digital Services Act hervor, die von der Kommission gestellt wurde.
Ziel ist es, Nutzer innerhalb der Europäischen Union wirksamer vor gefälschten Angeboten zu schützen. Ein besonderer Augenmerk liegt auf den App-Stores von Apple und Google, wo vermeintliche Bank- oder Investments-Apps leicht als Attrappen für Betrüger dienen könnten. Ebenso wird Microsofts Suchmaschine Bing analysiert, da über den dortigen Marktplatz und Anzeigen betrügerische Websites in Erscheinung treten könnten. Auch der niederländische Dienst Booking.com, bekannt für seine umfassenden Angebote an Unterkünften und Reisemöglichkeiten, steht im Fokus der Prüfer.
Die Kommission macht deutlich, dass den Unternehmen wenige Wochen bleiben könnten, um die geforderten Informationen bereitzustellen. Sollten diese unvollständig sein oder wird eine Kooperation verweigert, drohen empfindliche Geldstrafen. Bereits laufen Verfahren gegen Temu und AliExpress, zwei prominente chinesische Marktplätze.
Der Digital Services Act reguliert große Online-Plattformen und fordert sie dazu auf, illegale Inhalte zügiger zu entfernen und die Nachverfolgung von Verkäufern zu gewährleisten, um Betrugsfälle effektiver aufdecken zu können. Dieses Gesetz, das oft im Kreuzfeuer der Kritik der US-Regierung stand, stellt einen wichtigen Meilenstein in der Kontrolle großer Marktplätze dar.

