Die Pforten zur Hölle sind vergoldet: Hell is Us meldet Gold-Status
In den heiligen Hallen der Spieleentwicklung ist es ein Moment, der mit Pauken und Trompeten gefeiert wird: Entwickler Rogue Factor und Publisher Nacon haben verkündet, dass ihr mit Hochspannung erwartetes Action-Adventure Hell is Us den Gold-Status erreicht hat. Die Entwicklung ist abgeschlossen, die finale Version ist im Kasten und bereit, am 4. September die Festplatten von PS5, Xbox Series X/S und PC zu erobern. Es ist, wie das Studio auf Steam selbst schreibt, der Höhepunkt von „Jahren der Arbeit, unzähligen kreativen Entscheidungen und einer Unmenge an Leidenschaft, die in das Spiel geflossen ist.“ Doch während die Entwickler den wohlverdienten Meilenstein feiern, sollten sich die Spieler auf alles andere als einen Spaziergang vorbereiten. Denn dieser Titel verspricht, euch an eure Grenzen und weit darüber hinaus zu führen.
Ein Friedenstruppler auf dem Weg durchs Fegefeuer
Hell is Us wirft dich in die zerrissene Seele von Rémi, einem UN-Friedenstruppler, der in seine vom Bürgerkrieg verwüstete Heimat Hadea zurückkehrt. Doch sein Auftrag ist ein zutiefst persönlicher: Er sucht nach seinen verschollenen Eltern. In einer Landschaft, die von menschlicher Grausamkeit und übernatürlichem Schrecken gleichermaßen gezeichnet ist, musst du nicht nur die verstreuten Hinweise auf den Verbleib deiner Familie zusammensetzen, sondern dich auch den „Hollow Walkers“ stellen. Diese albtraumhaften Kreaturen, deren Ursprung im Nebel des Krieges verborgen liegt, sind die physische Manifestation des Grauens, das über Hadea hereingebrochen ist. Jeder Schritt in dieser desolaten Welt ist ein Wagnis, jedes Gespräch mit anderen Überlebenden ein potenzieller Schlüssel oder eine tödliche Falle.
Ohne Kompass in die Verdammnis
Die wahre Seele von Hell is Us offenbart sich in seiner kompromisslosen Design-Philosophie: Es gibt null Handreichung. Keine blinkenden Questmarker, keine leuchtenden Pfade, kein Kompass, der dir den Weg des geringsten Widerstands weist. Rogue Factor zwingt dich, die Augen aufzumachen, die Welt zu lesen, den Dialogen zu lauschen und deine eigenen Schlüsse zu ziehen. Es ist eine Rückbesinnung auf eine Ära des Gamings, in der Entdeckung noch eine echte, selbst erarbeitete Leistung war. Das Spiel ist explizit kein Souls-like, aber es borgt sich die Ehrfurcht vor der Herausforderung und dem Willen des Spielers, diese aus eigener Kraft zu überwinden. Dies ist kein Spiel für Ungeduldige, sondern für Abenteurer, die sich im Unbekannten verlieren wollen.
Der Pakt mit dem Tod und die Verheißung der Zukunft
Um die Herausforderung zu individualisieren, bietet das Spiel drei Schwierigkeitsgrade. Doch der wahre Clou ist eine optionale, zuschaltbare „Todesstrafe“. Aktivierst du diese Mechanik, wird jeder deiner Tode zu einer existenziellen Katastrophe: Alle besiegten Gegner kehren zurück und deine gesammelte Erfahrung wird zurückgesetzt. Jeder Fehltritt hat somit gravierende, spürbare Konsequenzen. Wie genau dieses System im Detail funktioniert, bleibt vorerst eines der vielen Geheimnisse, die das Spiel umgeben. Doch die Entwickler versprechen, dass trotz des Gold-Status bis zum Release noch einige „Überraschungen“ enthüllt werden. Ein neuer, längerer Demo-Zugang? Die Ankündigung von Post-Launch-Inhalten? Die Hölle hält ihre Pforten noch einen Moment geschlossen, doch das Feuer im Inneren lodert bereits lichterloh.


