Die große TV-Geldfrage: Ein harmonischer Diskurs mit offenem Ende
Die Debatte um die Verteilung der milliardenschweren TV-Einnahmen zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Bundesliga-Clubs verläuft überraschend harmonisch. Die Weichen für eine einvernehmliche Lösung wurden kürzlich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gestellt, während beim anschließenden Neujahrsempfang im Frankfurter Palmengarten gelöste Stimmung herrschte. Der gegenwärtige Verteilungsmodus, der die großen Clubs bevorzugt, scheint unantastbar, obwohl Offizielle wie DFL-Präsidiumsmitglied Hans-Joachim Watzke auf einen Abschluss der Gespräche bis Ende Januar drängen.
Watzke lobte die konstruktiven Gespräche mit Vertretern der Bundesliga-Prominenz wie Julian Nagelsmann und Rudi Völler. DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel betonte die harmonische Atmosphäre, während die Frage, wie die 5,3 Milliarden Euro in den nächsten vier Spielzeiten verteilt werden sollen, immer drängender wird. Besonders die internationalen TV-Rechtsausgaben stehen im Fokus, da sie bisher die europäischen Spitzen-Clubs begünstigen. Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig äußerte seinen Wunsch nach einer gerechteren Verteilung zugunsten kleinerer Vereine, obwohl letztlich der Entschluss bei der DFL bleibt.
Eintracht Frankfurts Boss Axel Hellmann nannte die Diskussion eine "erstklassige Debatte", obwohl es keine konkreten Ergebnisse zu verkünden gab. Die Traditionsvereine fordern im Zusammenhang mit der Verteilung von rund 4,484 Milliarden Euro aus Inlandsvermarktung eine stärkere Berücksichtigung ihrer Fanbasis. Der aktuelle Verteilungsschlüssel basiert auf einem Kompromiss der vergangenen Verhandlungen, welcher die sportlichen Leistungen bevorzugt. Traditionsclubs wie FC Schalke 04 und Hamburger SV wollen, dass ihr Faninteresse mehr Gewicht erhält. Watzke betonte die Offenheit und das Vertrauen während der Diskussionen und kündigte die Fortsetzung der Beratungen an, bevor die Clubs bis Mitte März ihre Lizenzunterlagen einreichen müssen.

