Die große Konsolen-Dürre: Analysten prophezeien leere Nintendo Switch 2 Regale bis 2026
Ein Monat ist seit dem triumphalen Launch der Nintendo Switch 2 am 5. Juni 2025 vergangen, doch für Millionen von Spielern weltweit ist die Freude längst einer nagenden Frustration gewichen. Die Jagd auf Nintendos neues Wunderkind ist in vollem Gange, und die Konsole schickt sich an, Verkaufsrekorde zu brechen, die selbst die Giganten PlayStation 2 und Nintendo DS in den Schatten stellen könnten. Doch dieser phänomenale Erfolg hat eine düstere Kehrseite: Die Konsole ist schlichtweg nirgends zu bekommen. Neue, ernüchternde Prognosen von Finanzanalysten zeichnen nun ein Bild, das die Geduld der Fans auf eine harte Probe stellen wird – denn Besserung ist noch lange nicht in Sicht.
Lotterie-Wahnsinn und das Gespenst der Halbleiter-Krise
Die nackte Verzweiflung auf dem Markt zeigt sich besonders deutlich in Nintendos Heimat Japan. Wie die renommierte Wirtschaftszeitung Nikkei Asia berichtet, greifen einige Händler auf ein archaisches „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-System zurück, während Nintendo selbst auf seiner Online-Plattform einen regelrechten Lotterie-Wahnsinn veranstaltet, um die wenigen verfügbaren Konsolen unter Millionen von Kaufwilligen zu verlosen. Die Lage ist so dramatisch, dass sich Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa bereits Ende Juni öffentlich für die Engpässe entschuldigte. Als Hauptschuldiger wurde einmal mehr das altbekannte Gespenst der Industrie ausgemacht: ein Mangel an essenziellen Halbleitern, der die Produktion massiv ausbremst. Nintendo kämpft zwar fieberhaft dagegen an, doch die Realität sieht düster aus.
Leere Regale bis ins Frühjahr 2026
Die eigentliche Hiobsbotschaft kommt von jenen, die die Zahlen am genauesten analysieren. Gleich zwei unabhängige Branchenkenner, Hideki Yasuda von Toyo Securities und Zhai Yijia von UBS Securities, stützen die beunruhigende Prognose: Eine flächendeckende, normale Verfügbarkeit der Switch 2 sei wohl nicht vor dem Frühjahr 2026 zu erwarten. Ihre Schätzungen gehen davon aus, dass bereits im ersten Monat weltweit über 6 Millionen Konsolen verkauft wurden – ein unglaublicher Wert, der die Produktionsketten zum Bersten bringt. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rechnen sie mit 18 bis 20 Millionen verkauften Einheiten. Zahlen, die den Erfolg zementieren, aber eben auch die lange Wartezeit für alle, die bisher leer ausgingen.
Das Damoklesschwert der Preiserhöhung
Als wäre die schiere Unerreichbarkeit der Konsole nicht schon schlimm genug, schwebt ein zusätzliches Damoklesschwert über den Köpfen der wartenden Fans. Furukawas Aussagen deuten darauf hin, dass Nintendo eine Preiserhöhung in bestimmten Märkten keineswegs ausschließt. Bereits im Vorfeld wurde der Vorverkauf in den USA und Kanada aufgrund der unsicheren Zolltarifpolitik kurzzeitig ausgesetzt. Furukawa betonte, man müsse die weltweiten Marktfaktoren weiterhin genau beobachten, um potenzielle Preisanpassungen vorzunehmen. Für alle, die noch keine Switch 2 ergattern konnten, bedeutet das eine doppelte Zerreißprobe: die quälende Ungewissheit, wann die Konsole verfügbar sein wird – und zu welchem Preis.

