DFS sieht Handlungsbedarf bei klimaschädlichen Kondensstreifen
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat nach Abschluss des Projekts D-KULT weitere Herausforderungen bei der Vermeidung klimaschädlicher Kondensstreifen identifiziert. Trotz der Erkenntnisse aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt betont die DFS, dass weitere Untersuchungen nötig sind. Insbesondere die Umgehung von Luftmassen, die langlebige Kondensstreifen begünstigen, gestaltet sich als komplex.
Kondensstreifen tragen durch ihren Einfluss als künstliche Wolken wesentlich zur Erderwärmung bei. Sie entstehen, wenn Abgase der Flugzeugtriebwerke bei kalten Temperaturen kondensieren und sich an Rußpartikeln zu Eiskristallen formen. Diese Streifen sind besonders problematisch bei tiefen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit.
Das Umleiten von Flugzeugen war in der Praxis nicht effektiv und führte zu einem erheblichen Anstieg der Arbeitsbelastung für Fluglotsen sowie zu Kapazitätsverlusten im Luftraum von bis zu 60 Prozent. Strategische Ansätze durch klima-optimierte Flugpläne zeigen mehr Potenzial, sind jedoch in der Umsetzung bislang zu aufwendig für den Regelbetrieb. Die bisherigen Testflüge weisen zwar auf positive Klimawirkungen hin, allerdings bedarf es weiterer Auswertungen, insbesondere durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die erste Analyse der Umleitungsflüge zeigt zwar Potenzial für eine Verringerung der klimaschädlichen Wirkung, wirft aber auch neue Fragen auf, da die zugrunde liegenden Wetter- und Klimadaten weniger verlässlich waren als zunächst angenommen.

