Investmentweek

Deutschlands geheime Waffenhilfe: Mitfinanziert, um tief in Russland zuzuschlagen

02. Juli 2025, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Berlin bezahlt Langstrecken-Kamikazedrohnen für die Ukraine – offiziell zur Verteidigung, faktisch für Angriffe auf russisches Kerngebiet. Ein Strategiewechsel mit brisanten Folgen, rechtlich und geopolitisch.

Ein ukrainischer Soldat in Tarnkleidung hebt eine Drohne mit orangefarbener Spitze auf eine Startrampe. Im Hintergrund: eine offene Steppe. Die Aufnahme zeigt nicht nur Technik, sondern Strategie. Denn was hier startet, ist mehr als ein Flugkörper. Es ist ein politisches Signal.

Die Ukraine bekommt erstmals von Deutschland finanzierte Langstrecken-Kamikazedrohnen, mit denen sie Ziele tief in Russland angreifen kann. 500 Stück vom Typ Antonow-196, Reichweite: 1200 Kilometer, Sprengladung: 50 Kilogramm. Bezahlt aus deutschen Mitteln.

Ein Strategiewechsel in Tarnfarben

Noch vor zwei Jahren galt: Keine deutschen Waffen für Offensivschläge auf russischem Boden. Jetzt ist diese rote Linie offensichtlich gefallen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul sprechen zwar von "Verteidigungsfähigkeit" und "Rüstungskooperation".

In der Praxis aber fliegen die Drohnen von ukrainischem Boden los, um Öldepots, Militärbasen und Treibstofflager im russischen Hinterland zu treffen. "Long-range fires", nennt Merz das.

Rüstungshilfe mit doppeltem Boden

Das Verteidigungsministerium bestätigte auf Anfrage, dass Deutschland die Finanzierung der ukrainischen Drohnenproduktion unterstützt. Ein offizieller Vertrag wurde unterzeichnet.

Details? Geheimsache. Man wolle keine Informationen zur "militärischen Leistungsfähigkeit" der ukrainischen Armee preisgeben. Fest steht: Die Waffen, an denen ukrainische Soldaten ausgebildet sind, kommen aus europäischen Geldern, darunter auch deutsche.

Die AN-196 kann weit ins russische Hinterland fliegen – doch Experten bezweifeln ihre Durchschlagskraft und Effektivität gegen geschützte Ziele.

Rendite in Zerstörung

Militäranalyst Gustav Gressel spricht offen: Die AN-196 sei die günstigste Methode, um Angriffe in Russlands Tiefe zu tragen.

Doch auch die verwundbarste. Laut seinen Angaben werden 70 bis 95 Prozent solcher Drohnen vom russischen Abwehrschirm abgefangen. Ihre 50-Kilo-Nutzlast reiche kaum für Härteziele wie Munitionsdepots. "Weichziele" wie Tanklager oder Kommunikationsinfrastruktur seien realistischer.

Industrie aus der Asche?

Die Ukraine versucht, ihre eigene Rüstungsproduktion wieder hochzufahren. Gemeinsam mit westlichen Partnern. Wadephul versprach in Kiew den Aufbau neuer Joint Ventures und besuchte symbolträchtig eine IRIS-T-Stellung zur Flugabwehr. Ziel: Kiew soll bald selbst produzieren können, schneller und unabhängiger.

Doch wie groß sind die Ambitionen? Derzeit entstehen in improvisierten Hallen auch ballistische Raketen vom Typ Hrim-2 und Marschflugkörper wie die lautstarke "Trembita". Letztere basiert nach Angaben ukrainischer Entwickler auf Hitlers V1-Rakete. Deren Einsatz ist eher psychologisch als strategisch wirksam.

Deutschland: Mitten im Graubereich

Mit der Finanzierung weitreichender Angriffswaffen steht Berlin juristisch auf dünnstem Eis. Völkerrechtlich umstritten bleibt, ob Unterstützung für Angriffe auf fremdes Staatsgebiet zulässig ist.

Während Frankreich und die USA zögern, geht Deutschland voran. Ein Positionswechsel, der kaum öffentlich diskutiert wird.

Politisches Risiko inklusive

Die symbolische Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Für Moskau sind solche Angriffe ein Beweis für direkte Kriegsbeteiligung westlicher Staaten. Russland drohte in der Vergangenheit wiederholt mit Vergeltungsmaßnahmen für "Interventionen". Die Bundesregierung hält sich bedeckt. Offenbar kalkuliert man die Eskalation ein.

Technologie
[InvestmentWeek] · 02.07.2025 · 07:00 Uhr
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