Deutschlands Abhängigkeit von Chinas Seltenen Erden bleibt hoch – Importe sinken, Konzentration steigt
Deutschland importiert den Großteil seiner seltenen Erden weiterhin aus China – trotz rückläufiger Gesamtmengen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entfielen 2024 rund 65,5 Prozent der Einfuhren auf die Volksrepublik. Im Vorjahr lag der Wert mit 69,1 Prozent zwar leicht höher, doch die strukturelle Abhängigkeit bleibt bestehen. Im EU-Durchschnitt war der Anteil chinesischer Lieferungen mit 46,3 Prozent deutlich niedriger.
Die Gesamtmenge der eingeführten seltenen Erden sank im Jahresvergleich um 12,6 Prozent – von 5900 auf 5200 Tonnen. Auch der Importwert ging leicht zurück auf 64,7 Millionen Euro. Den Höchststand der vergangenen Dekade hatte Deutschland 2018 mit 9700 Tonnen erreicht.
Neben China spielt im Importgefüge Österreich eine zunehmend bedeutende Rolle: Knapp ein Viertel der deutschen Einfuhren kam statistisch von dort, gefolgt von Estland mit 5,6 Prozent. Allerdings verarbeiten beide Länder überwiegend weitergeleitete Materialien – die Rohstoffquelle bleibt dabei meist China.
Die strategische Relevanz der 17 unter „Seltene Erden“ gefassten Metalle ist unbestritten. Sie sind essenziell für Akkus, Halbleiter und Dauermagnete – insbesondere im Kontext von Elektromobilität und Energiewende. Besonders kritisch ist laut Bundesamt die Herkunft einzelner Elemente: Lanthan-Verbindungen stammen zu 76,3 Prozent aus China. Bei Neodym, Praseodym und Samarium, die für Elektromotoren unverzichtbar sind, liegt der Anteil sogar nahe 100 Prozent.
Die politische Brisanz wächst: China hat als Reaktion auf US-Strafzölle zuletzt neue Exportbeschränkungen für seltene Erden verhängt. Für Deutschland und die EU rückt damit die Diversifizierung der Lieferketten stärker in den Fokus – bislang mit überschaubarem Erfolg. Europäische Förderprojekte existieren, doch wirtschaftlich tragfähige Alternativen sind bisher kaum verfügbar. Der strukturelle Rohstoffengpass bleibt – und wird zum geopolitischen Risikofaktor.

