Deutsches Konsumklima bleibt im Sommer getrübt
Das Konsumklima in Deutschland zeigt auch im Sommer keine Anzeichen der Erholung. Die jüngste Erhebung des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) zeigt einen weiteren Rückgang des Konsumklima-Indikators. Entgegen den Erwartungen der Analysten sank der Indikator im August um 1,2 Punkte auf minus 21,5 Zähler, während eine Verbesserung auf minus 19,3 vorausgesagt wurde.
Ein wesentlicher Grund für diesen Abwärtstrend ist die zunehmende Sparneigung der Verbraucher. Im Juli stieg der Sparindikator um 2,5 Zähler auf den höchsten Wert seit Februar 2024. Laut Rolf Bürkl vom NIM lässt die Erholung der Konsumstimmung auf sich warten, da die Sparneigung stark zugenommen hat.
Die allgemeine Unsicherheit, steigende Preise — insbesondere im Lebensmittelsektor — und der Wunsch nach finanzieller Vorsorge veranlassen viele, größere Käufe zu verschieben. Die Anschaffungsneigung fiel auf den tiefsten Stand seit Februar, was auch die Konjunkturerwartungen beeinträchtigt. Der zuvor durch das Investitionspaket der Bundesregierung belebte Indikator erhielt einen starken Rückschlag und dämpft die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung im laufenden Jahr.
Positiv entwickelt sich hingegen die Einkommensperspektive. Dieser Indikator kletterte auf das höchste Niveau seit einem Jahr. Solide Tarifabschlüsse, Rentenerhöhungen und eine gesunkene Inflationsrate auf zwei Prozent tragen zu einer verbesserten Kaufkraft bei.
Diese Einschätzungen basieren auf den Ergebnissen einer Befragung, die zwischen dem 3. und 14. Juli 2025 durchgeführt wurde und rund 2.000 deutsche Verbraucher umfasst. Auftraggeber der Studie war die EU-Kommission.

