Deutscher Wirtschaftsmotor stottert sich in Richtung Erholung
Nach durchwachsenen Rezessionsjahren zeigt sich ein schwaches Wachstumssignal in der deutschen Wirtschaft, das von massiven staatlichen Investitionen begleitet wird. Zwischen 2023 und 2024 stieg Europas größte Volkswirtschaft mit einem Mini-Wachstum von lediglich 0,2 Prozent im Jahr 2025 aus der Rezession. Hoffnungen ruhen nun auf milliardenschweren Ausgaben in Infrastruktur und Rüstung. Eine Änderung der Konjunktur könnte zudem von zusätzlichen Arbeitstagen im Jahr 2026 durch günstig fallende Feiertage profitieren.
Experten und Ökonomen glauben indes, dass ein signifikanter Wirtschaftsaufschwung erst ab 2027 einsetzen wird, wenn sich die Auswirkungen der staatlichen Investitionen vollends entfalten. Eine nachhaltige Erholung erfordert jedoch weitreichende Reformen. Helena Melnikov vom DIHK zeigt sich vorsichtig optimistisch und sieht einen "Hoffnungsschimmer" am Jahresbeginn, während VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel auf steigende Produktions- und Auftragseffekte hofft.
Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Wirtschaft ein Wachstum von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, vorangetrieben durch gestiegene Konsumausgaben. Doch die steigenden US-Zölle unter Präsident Donald Trump sowie eine harte Konkurrenz aus China setzen der Exportwirtschaft zu. Gleichzeitig zeigt sich eine anhaltende Investitionsschwäche in der Industrie, besonders in den Schlüsselbranchen wie Automobil- und Maschinenbau. Gemindert hat sich der Konsumeffekt der Verbraucher, da sie mehr für Mobilität und Gesundheit ausgaben, während der Staatskonsum ähnlich stark zulegte.
Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin robust, doch stagniert die Zahl der Erwerbstätigen. Das Bundeswirtschaftsministerium beurteilt die Lage zurückhaltend, während Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater die Herausforderungen des Jahres als historisch groß bewertet, besonders im Hinblick auf die US-Zölle und den internationalen Wettbewerb. Trotz steigender Staatsquote wurde das Staatsdefizit durch kräftig ansteigende Einnahmen reduziert, womit Deutschland die europäischen Haushaltregeln einhält.

