Deutscher Aktienmarkt mit leichter Erholung zu Wochenbeginn
Nach einem konjunkturbedingt verhaltenen Ende der letzten Handelswoche zeigt der deutsche Aktienmarkt zum Wochenanfang eine vorsichtige Erholung. Die Herausforderungen der Vorwoche, darunter durchwachsene Unternehmensberichte und unerwartet schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA, hatten die Nervosität unter den Anlegern geschürt und Fragen zur Robustheit der US-amerikanischen Wirtschaft aufgeworfen.
Der DAX, der am Freitag noch um 2,7 Prozent gefallen war, legte am Montagvormittag um 1,0 Prozent auf 23.663 Punkte zu. Der MDAX für mittlere Unternehmen stieg ebenfalls um 1,0 Prozent auf 30.610 Punkte, während der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, einen Zuwachs von 1,1 Prozent verzeichnete. Dennoch bleibt die Marktlage angespannt, und laut dem Kapitalmarktstrategen Jürgen Molnar von RoboMarkets könnte der DAX trotz kurzfristiger Erholungen mittelfristig weiter Verluste erleiden.
Die Bankenbranche erfreute sich europaweit besonderer Beliebtheit, nachdem die Europäische Bankenaufsicht EBA den positiven Ausgang eines weiteren Stresstests bekannt gegeben hatte. Trotz Verlusten im Test bewahrten die EU-Geldinstitute solide Kapitalreserven. Die Aktienkurse der Deutschen Bank und der Commerzbank stiegen um 1,6 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent.
Anders sah es für Stabilus aus: Der düstere Ausblick des Autozulieferers führte zu einem Kurssturz von 10 Prozent, dem tiefsten Stand seit über drei Monaten. Das Unternehmen musste für das letzte Quartal erhebliche Umsatz- und Gewinnrückgänge verzeichnen und stufte nun seine Prognosen für das kommende Geschäftsjahr auf das untere Ende der Zielspannen herab.
Auf der anderen Seite sahen sich Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France-KLM und IAG dank einer optimistischeren Einschätzung von Barclays einem Aufwind ausgesetzt. Trotz Rückgängen bei den Einnahmen auf den profitablen Nordatlantik-Routen wirkten sich sinkende Treibstoffpreise und ein günstiger US-Dollar positiv aus. Lufthansa profitierte zum Wochenanfang mit einem Plus von 2,1 Prozent.
Auch Teamviewer konnte von einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux profitieren. Die Aktie, die zuletzt unter Druck stand, erlebte einen Aufschwung von 2,8 Prozent. Analyst Florian Treisch weist auf ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis hin, da er langfristig positive Erwartungen gegenüber den kurzfristigen Herausforderungen des Unternehmens stellt.

