Deutscher Aktienmarkt im Februar: Volatilität und geopolitische Einflüsse im Fokus
Die Turbulenzen am deutschen Aktienmarkt könnten auch im Februar nicht abreißen, wie Marktbeobachter von Index Radar vermuten. Bereits das zu Beginn des Börsenjahres spürbare nervöse Klima hat den Takt vorgegeben, und die kommenden Wochen versprechen weitere Unruhe. Entgegen des vielversprechenden Auftakts hat der Januar die Erwartungen nicht erfüllt, was Bedenken für den traditionell schwächeren Februar verstärkt. Der Dax zeigt sich angeschlagen und ist um rund 1.000 Punkte seit seinem Rekordhoch im Januar gesunken.
Eine Vielzahl geopolitischer Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, sorgt für Unsicherheit unter den Investoren. Analyst Frank Sohlleder von ActivTrades betont, dass die derzeitigen geopolitischen Entwicklungen die Marktteilnehmer in Atem halten. Angesichts dieses Umfeldes könnten enttäuschende Unternehmensbilanzen besonders hart gewichtet werden, was insbesondere den Dax-Konzernen hohe Erwartungen auferlegt.
Die Berichtssaison erreicht mit den anstehenden Zahlen von Infineon und Qiagen am Mittwoch sowie Siemens Healthineers und Hannover Rück am Donnerstag ihren Höhepunkt. Auch die Ergebnisse internationaler Schwergewichte wie Alphabet und Amazon werden mit Spannung erwartet. Der US-Markt gibt mehr denn je die Richtung vor, so Robert Greil von Merck Finck. Neben Unternehmensberichten könnten besonders amerikanische Konjunkturdaten wie der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag für Aufregung sorgen.
Im Inland steht die Industrie im Mittelpunkt der Analyse, mit wichtigen Zahlen zum Auftragseingang und zur Produktion im Wochenverlauf. Die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung nähren die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Wende, obwohl sich der Bundesverband der Deutschen Industrie angesichts der US-Zollpolitik zurückhaltend äußert.
Bei der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sind keine dramatischen Entscheidungen zu erwarten. Ulf Krauss von der Helaba rechnet damit, dass die EZB weiterhin die derzeitige Stabilität der Leitzinsen betont, trotz möglicher Diskussionen über die Geldpolitik und die Wechselkurssituation.

