Deutsche Wirtschaft wagt zarten Wachstumsschritt nach Rezession
Die deutsche Wirtschaft atmet nach zwei Jahren der Rezession auf. Das Statistische Bundesamt berichtet, dass im Jahr 2025 ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent erzielt wurde. Dieser zunehmend optimistische Ausblick basiert auf den geplanten Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur und Verteidigung, welche der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik neuen Aufwind verleihen könnten.
Trotzdem bleibt die Stimmung unter führenden Ökonomen verhalten. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, merkt an, dass das Wachstum maßgeblich auf privatem Konsum und staatlichen Ausgaben beruht, während Investitionen, die für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind, rückläufig bleiben. Jörg Krämer von der Commerzbank hebt die expansive Fiscalpolitik der Bundesregierung hervor, sieht jedoch in der Zurückhaltung bei Investitionen und ausbleibenden Reformen eine Wachstumsbremse. Dies spiegelt sich auch in den Indexwerten des Ifo-Geschäftsklimas wider.
Positiver gestimmt zeigt sich Thomas Gitzel von der VP Bank. Überraschend starke Auftragseingänge lassen auf eine Belebung der Produktion hoffen, ergänzt durch das positive Momentum aus Infrastrukturprojekten.
Unterdessen blickt Carsten Brzeski von der ING Bank nach anfänglichem Pessimismus optimistischer in die Zukunft, gestützt von aufwärtsweisenden Konjunkturdaten. Marc Schattenberg von der Deutschen Bank konstatiert eine Stabilisierung der Wirtschaftslage. Trotz schwachem Außenhandel und belastendem Konsumklima konnte im vierten Quartal ein Anstieg der Konjunktur verzeichnet werden. Für 2026 erwartet er durch die expansive Fiskalpolitik ein Wachstum von 1,5 Prozent. Nils Jannsen vom Kiel Institut erkennt in der Finanzpolitik kurzfristige Impulse, sieht jedoch langfristig strukturelle Herausforderungen wie den demographischen Wandel unverändert bestehen.

