Deutsche Wirtschaft im Sommerloch: Bundesbank sieht Stagnation
Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut der aktuellen Einschätzung der Bundesbank in einer Phase der Stagnation. Der im Monatsbericht veröffentlichte Trend deutet darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal stillsteht. Während das Bruttoinlandsprodukt in den ersten Monaten des Jahres durch eine solide Industrieproduktion und steigende Exporte noch um 0,4 Prozent zulegte, scheint die Dynamik mittlerweile abgeflaut zu sein.
Trotz einer leichten Stimmungsaufhellung in der Wirtschaft infolge geplanter Investitionen durch die neue Regierung bleibt die konjunkturelle Grundtendenz schwach. Die Investitionen dürften den erhofften Aufschwung erst mit zeitlicher Verzögerung bringen. Zudem stellen die angekündigten US-Zusatzzölle ein erhebliches Risiko dar. US-Präsident Donald Trump droht mit 30 Prozent Zöllen auf EU-Waren ab dem 1. August, falls keine Einigung im Handelsstreit erzielt wird.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel unterstreicht die Dringlichkeit einer Einigung im Zollkonflikt, warnt aber davor, einem solchen Deal bedingungslos nachzugeben. Ein weiteres Problem stellt die schwache Auslastung in den Industriebetrieben dar, die die Investitionen hemmt. Auch der private Konsum liefert nur wenig Impulse, und die Bauwirtschaft bleibt ein Sorgenkind der Konjunktur.

