Deutsche Staatsanleihen trotzen schwachem BIP
Die Kurse der deutschen Staatsanleihen zeigten sich überraschend widerstandsfähig gegenüber der jüngsten Meldung über das gesunkene Bruttoinlandsprodukt. Am späten Vormittag des Mittwochs verzeichnete der richtungsweisende Euro-Bund-Future einen leichten Anstieg von 0,01 Prozent auf 129,73 Punkte, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,69 Prozent verharrte. Ein Zeichen dafür, dass der Markt den Rückgang im zweiten Quartal, der vom Statistikamt mit 0,1 Prozent angegeben wurde, bereits weitgehend eingepreist hatte.
Die leichte Korrektur des Jahresauftaktwachstums von 0,3 Prozent auf 0,4 Prozent, das ursprünglich von Vorzieheffekten im Zuge der Ankündigung von US-Zöllen getrieben wurde, sorgt für nur geringfügige zusätzliche Marktvolatilität. Die jüngst von US-Präsident Donald Trump durchgesetzten Zölle von 15 Prozent auf EU-Importe setzen die ohnehin kriselnde exportorientierte deutsche Wirtschaft weiter unter Druck, auch wenn die grundsätzlichen Spielregeln mittlerweile geklärt sind.
Spannung verspricht der Nachmittag, wenn Wachstumsdaten aus den Vereinigten Staaten erwartet werden, die den Anleihemarkt beleben könnten. Zudem richtet sich der Blick auf die Abendstunden, wenn die neuen Zinsentscheidungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell und dessen Einschätzungen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage auf der Agenda stehen.

