Deutsche Staatsanleihen profitieren von rückläufiger Inflation
Die deutschen Staatsanleihen haben sich am Dienstag erholt und ihren Kursverlusten ein Ende gesetzt. Der Euro-Bund-Future, der als wichtige Messgröße im Anleihehandel gilt, verbesserte sich bis zum späten Nachmittag um 0,23 Prozent und erreichte 127,67 Punkte. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe im Gegenzug auf 2,84 Prozent fiel.
Einfluss auf die Marktentwicklung hatten überraschende Konjunkturdaten aus Deutschland, die am Nachmittag veröffentlicht wurden. Hierbei wurde deutlich, dass der Preisdruck im Land nachlässt. Die Inflationsrate ging im Dezember unerwartet stark auf 1,8 Prozent zurück, nachdem sie im November noch bei 2,3 Prozent gelegen hatte.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist die Aussicht auf eine baldige Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank weiterhin gedämpft. Claus Vistesen, Volkswirt bei Pantheon Macroeconomics, betonte, dass die EZB dazu tendiert, kurzfristige Schwankungen der Inflation auszusitzen. Lockerungen der Geldpolitik würden daher erst in Betracht gezogen, wenn das Wachstum oder die Inflation deutlich unter die Erwartungen fallen.

