Deutsche Staatsanleihen leicht unter Druck: Inflationsdaten stützen EZB-Strategie
Die Kurse deutscher Staatsanleihen verzeichneten am Dienstag einen leichten Rückgang. Der Euro-Bund-Future, ein wichtiger Indikator in diesem Marktsegment, verlor 0,04 Prozent und notierte bei 128,59 Punkten. Gleichzeitig stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,71 Prozent.
Im Laufe des Tages veröffentlichten Inflationsdaten aus der Eurozone dürften die abwartende Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) stützen. In Deutschland erreichte die Inflationsrate im September 2,4 Prozent und damit ihren höchsten Stand in diesem Jahr. Auch in Italien zog die Inflation unerwartet deutlich an, während Frankreich hinter den Erwartungen zurückblieb.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, betonte, dass die derzeitige geldpolitische Ausrichtung der EZB angesichts des Preisauftriebs, insbesondere im Dienstleistungssektor, gerechtfertigt sei. Er merkte an, dass die europäischen Währungshüter mit ihrer aktuellen Politik gut aufgestellt sind.
Spannung verspricht der Mittwoch, an dem die Inflationsdaten für die gesamte Eurozone erwartet werden. Diese werden voraussichtlich knapp oberhalb des von der EZB angestrebten Zielbereichs von zwei Prozent liegen, den die Notenbank mittelfristig für den Euroraum anstrebt.

