Deutsche Exporteure geraten unter Druck: Zollpolitik und Bürokratie setzen der Exportwirtschaft zu
Die Aussichten für die deutschen Exporteure trüben sich weiterhin ein. Zollhindernisse auf internationalen Märkten und steigende bürokratische Auflagen im Inland lasten schwer auf der Branche. Laut Bundesverband Großhandel, Außenhandel (BGA) wird für dieses Jahr ein Rückgang der Exporte um 2,5 Prozent erwartet. Präsident Dirk Jandura zeigt sich pessimistisch: Ein nachhaltiger Aufschwung sei nicht in Sicht, und die Erreichung früherer Wachstumsraten bleibe ein fernes Ziel.
Im Vorjahr verzeichnete die exportstarke deutsche Wirtschaft bereits einen Rückgang der Ausfuhren um 1,7 Prozent auf 1.549 Milliarden Euro. In der ersten Jahreshälfte beliefen sich die Exporte "Made in Germany" auf 786 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt meldet.
Besondere Sorge bereitet die aggressive Zollpolitik der USA. Die Exporte in die Vereinigten Staaten sanken im Juli auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2021, was den vierten Rückgang in Folge markiert. Jandura warnt: Die hohen Zölle machen Geschäfte faktisch unmöglich, und für viele deutsche Unternehmen bedeute dies den Verlust eines zentralen Marktes.
Seit dem 7. August werden 15-prozentige Zölle auf die meisten Importe aus der EU in die USA erhoben, während die Abgaben auf Stahl und Aluminium bereits auf 50 Prozent angehoben wurden. Fast 60 Prozent der deutschen Außenhändler sehen sich durch diese Entwicklungen direkt oder indirekt negativ betroffen.
In dieser prekären Lage fordert der BGA-Präsident von der deutschen Politik entschlossene Maßnahmen. Notwendig seien weniger Bürokratie, sichere Lieferketten und vor allem neue Freihandelsabkommen, um Zölle und Handelshemmnisse zu überwinden. Der Appell: Die deutsche Exportwirtschaft benötigt dringend mehr Spielraum, um der Krise entgegenzusteuern.

