Deutsche Bahn kämpft mit Pünktlichkeitsproblemen: Ein Sommer des täglichen Gefechts
Im Juni erreichte die Deutsche Bahn bei ihren Fernzügen, den ICE- und IC-Verbindungen, lediglich eine Pünktlichkeitsquote von 57,1 Prozent. Diese Leistung fällt verglichen mit den 62 Prozent aus dem Vormonat Mai deutlich ab. Als Hauptursache für die Verspätungen nennt das Unternehmen den schlechten Zustand der Infrastruktur sowie intensive Bauarbeiten im Streckennetz.
Ermutigende Nachrichten gibt es aus dem Regionalverkehr, wo die Pünktlichkeit mit 88,9 Prozent nur leicht unter dem Mai-Wert von 89,9 Prozent liegt. Allerdings beeinflussten unerwartete Unwetter, insbesondere in der Region Berlin, auch hier die Fahrzeiten.
Für das erste Halbjahr 2023 erwartet die Deutsche Bahn gemäß Bahnchef Richard Lutz eine Pünktlichkeitsquote von knapp 64 Prozent im Fernverkehr. Obwohl detaillierte Zahlen noch ausstehen, bleibt dies eine ambitionierte Zielsetzung des Unternehmens. Der selbst gesteckte Zielkorridor für das Gesamtjahr liegt bei 65 bis 70 Prozent. Vor Kurzem bekräftigte Lutz den Willen, dieses Ziel einzuhalten, auch wenn es nach seinen Worten ein täglicher Kampf sein wird.
Auch die sogenannte Reisendenpünktlichkeit, bei der die Ankunft mit weniger als 15 Minuten Verzögerung berücksichtigt wird, hat sich im Juni verschlechtert. Nur 62,9 Prozent der Fahrgäste erreichten ihr Ziel pünktlich, verglichen mit noch 68 Prozent im Mai. Damit bleibt die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn ein herausforderndes Thema, das auch in Zukunft intensive Anstrengungen erfordert.

