Deutlicher Anstieg der Firmeninsolvenzen in Deutschland trotz leichter Entspannung im Sommer
Die Anzahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland verzeichnet weiterhin zweistellige Zuwachsraten. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes stiegen die Insolvenzen im August um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn der Anstieg gegenüber Juli zurückging, wo ein drastischer Zuwachs von 19,2 Prozent beobachtet wurde, verweist dies dennoch auf eine ernstzunehmende Tendenz.
Es bleibt abzuwarten, ob alle gemeldeten Insolvenzen schlussendlich ihren Weg in die offizielle Statistik finden, da die Anträge oft erst nach rund drei Monaten erfasst werden. Im ersten Halbjahr 2025 erfassten die Gerichte insgesamt 12.009 beantragte Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders auffällig ist dabei, dass es weniger große Unternehmen betraf, wodurch die Gläubigerforderungen um mehr als vier Milliarden Euro niedriger ausfielen.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) beobachtet eine kurzzeitige Entspannung, da im August die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zu Juli um elf Prozent sank. Dennoch liegen die Werte weiterhin über jenen von August 2024 und über den Durchschnittswerten vor der Pandemie. Für den Herbst wird mit einem erneuten Anstieg gerechnet, der jedoch laut IWH nur moderat auf den Arbeitsmarkt wirken dürfte.
Diverse Wirtschaftsauskunfteien prognostizieren für das Gesamtjahr eine weitere Zunahme der Firmenpleiten im Vergleich zu 2024, wo mit 21.812 Fällen ein Höchststand seit 2015 verzeichnet wurde. Faktoren wie das Auslaufen staatlicher Unterstützung, hohe Energiepreise, Bürokratie und politische Unsicherheit belasten die Unternehmen auch weiterhin.

