Investmentweek

Der Überflieger Rose Bikes drosselt das Tempo

16. Juni 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Ein seltener Gewinner in der Fahrradbranche tritt auf die Bremse – warum Rose Bikes jetzt vorsichtiger plant und dennoch auf Community und Premium setzt.

Samstagmorgen, Hamburger City. Auf dem Gehsteig am Ballindamm schieben Servicekräfte hochpreisige Gravel- und Rennräder durch die Glasfront des neuen Rose Stores.

Der vierte Flagship-Store des Bocholter Fahrradherstellers hat gerade in einer der besten Hamburger Lagen eröffnet. Mehr als 500 Besucher kamen bereits zum Soft-Opening, 200 Rennradfans nehmen an der gemeinsamen Ausfahrt teil.

Rose Bikes inszeniert seine Marke konsequent als Premiumanbieter – und hat sich damit in einem schwierigen Markt einen festen Platz erarbeitet.

Wachstum gegen den Branchentrend

Während andere Hersteller wie Canyon zuletzt Verluste ausweisen mussten, hat Rose Bikes seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2023/24 auf 211,1 Millionen Euro gesteigert – ein Plus von 11,5 Prozent.

Der Gewinn kletterte sogar um 86 Prozent auf 2,8 Millionen Euro.

„Letztlich passten ein paar Faktoren einfach besser zusammen als im Vorjahr“, sagt CEO Thorsten Heckrath-Rose.

Doch die Erfolgsserie wird nicht in diesem Tempo weitergehen: Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Umsatzplus von 4 bis 5 Prozent.

Der Grund für die Bremsspuren liegt nicht nur im hart umkämpften Markt, sondern auch hausintern: Eine Softwareumstellung hatte die Prozesse im Winter für mehrere Wochen ausgebremst.

Gleichzeitig ist der Lagerdruck gesunken. Der Verkauf von Rabattware nimmt ab. „Das Umsatzwachstum ist nicht mehr ganz so stark, qualitativ aber wesentlich besser. Wir verkaufen jetzt insgesamt mehr von den Rädern, die wir auch verkaufen möchten“, so Heckrath-Rose.

Gravelbikes als Wachstumstreiber

Treiber bleiben vor allem die rennradähnlichen Gravelbikes mit breiteren Reifen, die seit einigen Jahren boomen. Hier ist Rose einer der Wegbereiter in Deutschland.

Bereits heute machen Fahrräder rund 75 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Zwar bietet Rose auch City-, Mountain- und E-Bikes an, doch der Kern bleibt sportlich.

Dabei steht die Marke heute an einem anderen Punkt als viele ihrer Mitbewerber: 580 Mitarbeiter arbeiten in Bocholt, montieren die Räder in Deutschland, während Rahmen und Komponenten meist aus Asien kommen.

75 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Rose online, dennoch investiert das Unternehmen zunehmend in stationäre Präsenz: Inzwischen betreibt Rose fünf eigene Stores in deutschen Großstädten sowie weitere Standorte in der Schweiz. Hinzu kommt ein Netzwerk aus 180 Partnerwerkstätten, um Service und Wartung besser abdecken zu können.

Der Direktvertrieb lernt den stationären Handel

„Das ist bei stark online getriebenen D2C-Geschäftsmodellen oft ein Problem“, sagt Co-Geschäftsführer Todor Lohwasser über die Notwendigkeit physischer Anlaufstellen.

Der einstige E-Bike-Star Vanmoof scheiterte unter anderem daran. Auch Rose Bikes hat diese Lektion gelernt und kombiniert Onlinevertrieb mit wachsender physischer Präsenz.

Gleichzeitig wird die Marke bewusst breiter positioniert. Sebastian Bomm, verantwortlich für Digital und Marke, nennt Rose „eine der inklusivsten Fahrradmarken am Markt“.

Gravel-Boom als Wachstumsmotor: Die sportlichen Alleskönner sichern Rose Bikes stabile Umsätze, doch die Abhängigkeit vom Trendsegment birgt auch Risiken bei künftigen Nachfrageverschiebungen.

Während andere Marken lange vor allem männliche Leistungssportler ansprachen, setzt Rose verstärkt auf Frauen, Anfänger und Community-Building. Über die Submarke „Circle Rose“ werden lokale Ausfahrten organisiert und neue Zielgruppen erschlossen.

Marktführer Canyon unter Druck – Rose bleibt stabil

Der vorsichtigere Kurs erscheint klug: Viele Wettbewerber kämpfen mit deutlichen Problemen. Canyon musste sein Geschäft zuletzt drastisch abwerten. Die Groupe Bruxelles Lambert reduzierte den Wert ihrer Canyon-Beteiligung um 200 Millionen Euro.

Der Preiskampf im Markt bleibt hart – vor allem im Mountainbike-Segment, wo sich Überbestände aus der Corona-Zeit stauen.

Rose hingegen hat sich mit einer klaren Positionierung zwischen Sport, Premium und Community ein profitables Nischenmodell aufgebaut.

„Wir planen vorsichtiger“, sagt Heckrath-Rose, aber der Fokus auf margenstarke Premiumprodukte zahlt sich aus.

Hohe Preise, hohe Ansprüche

Angesichts des sportlichen Images mag es überraschen, dass inzwischen jedes fünfte verkaufte Rose-Rad ein E-Bike ist. Doch die Diversifikation hilft, Risiken zu streuen.

Gleichzeitig bleibt das Unternehmen seinem Grundsatz treu: hochwertige, individuell konfigurierbare Fahrräder für anspruchsvolle Kunden. Viele Modelle kosten über 4.000 Euro, manche deutlich mehr.

Für ein breites Publikum mag das teuer erscheinen. Doch der Markt zeigt: Qualität, Individualisierung und Service schlagen den Preiswettbewerb auf Dauer oft aus. Rose Bikes setzt genau hier an – und meidet bewusst die Rabattschlachten vieler Wettbewerber.

Community als Geschäftsmodell

Die Verknüpfung von digitaler Vermarktung und lokaler Community soll das Wachstum langfristig absichern. Noch fehlen harte Daten, wie viel Umsatz diese Kundenbindung tatsächlich generiert. Doch der Imagegewinn ist greifbar: Die Marke wird sichtbarer, die Kundentreue wächst.

Am Ende schwingen sich die Rose-Mitarbeiter selbst aufs Rad, um mit der Community durch Hamburg zu fahren. Kundenpflege auf Augenhöhe – und ein Geschäftsmodell, das in einem saturierten Markt zunehmend Schule macht.

Finanzen / Startups & VC
[InvestmentWeek] · 16.06.2025 · 15:00 Uhr
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