Der Stahlbau - eine Branche, die auch heute gebraucht wird

17. Juni 2022, 08:52 Uhr · Quelle: klamm.de
Wenn von modernen Baustoffe die Rede ist, geht es um Glas, Kunststoff, Beton, Titan und anderen. Von Stahl ist kaum die Rede, obwohl er unverzichtbar ist.

Was ist überhaupt Stahlbau und warum ist er so wichtig?

Experten bezeichnen den Stahlbau als eine Ingenieurswissenschaft, bei dem für die Herstellung von Tragwerken (das statische Gesamtsystem einer Konstruktion) in erster Linie Stahl verwendet wird. Im Stahlbau werden Bauteile aus Stahl, zum Beispiel Bleche, Rohre und Stahlträger durch verschiedene Verfahrenstechniken wie Schweißen, Verschrauben oder Nieten miteinander verbunden. Damit beschäftigen sich Firmen wie die Levstal Group. Sie stellen Stahlkonstruktionen der verschiedensten Art her, zum Beispiel tragende Strukturelemente für Hallen, Brücken, Schiffe, Zäune, Verkehrsschilder, Leitplanken und tausend andere Dinge. Stahlbau steckt in vielen Dingen, von denen es Laien auf den ersten Blick gar nicht vermuten würden. Wird Stahl zusammen mit Beton verwendet, spricht man übrigens vom Stahlverbundbau. Andere Gebiete des Stahlbaus sind der Stahl-Skelettbau und der Stahl-Hochbau.

Bekannte Bauwerke aus Stahl sind unter anderem die Sydney Harbour Bridge in Australien und der neue Berliner Hauptbahnhof in Deutschland.

Warum geht es auch heute nicht ohne Stahl?

Weil Stahl als Werkstoff einzigartige Eigenschaften hat, die ihn anderen Werkstoffen überlegen machen. In erster Linie kommen seine hervorragenden mechanischen Eigenschaften ins Spiel. Stahl ist hoch belastbar und widerstandsfähig. Da er zum größten Teil aus Eisen besteht, einem der am häufigsten in der Erdkruste vorkommenden Elemente, ist Stahl im Vergleich zu anderen Baustoffen relativ billig. Bis zu 5 Prozent der Erdkruste bestehen aus Eisen. Es gibt große Vorkommen an Eisenerz auf allen Kontinenten. Die andere Ursache, warum es auch heute noch ohne Stahl nicht geht, ist seine Anpassungsfähigkeit. Stahlbauunternehmen stellen die Stahlkonstruktionen aus verschiedenen Stahlsorten her, deren Eigenschaften dem jeweiligen Verwendungszweck angepasst werden. Stahl besteht nämlich nicht nur aus einem Element, wie beispielsweise Aluminium oder Titan, sondern ist eine Legierung. Der Hauptbestandteil ist Eisen. Diesem Grundstoff werden jedoch andere Stoffe zugesetzt, die gezielt die Eigenschaften der Legierung verändern. Das bekannteste Beispiel ist wahrscheinlich Edelstahl. Durch Zusätze von Vanadium, Nickel, Molybdän und anderen Metallen wird Edelstahl rostfrei. Andere Zusätze bewirken, dass der Stahl besonders widerstandsfähig gegen Hitze oder Kälte wird oder sich durch eine große Elastizität auszeichnet. Es gibt unzählige "Rezepte" für Stahl. Bis jetzt sind mehr als 2.500 Sorten bekannt. Nicht wenige von ihnen haben ganz ungewöhnliche Eigenschaften, die für spezielle Anwendungszwecke gefragt sind.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

Auf diesem Gebiet ist der Werkstoff Stahl besser als sein Ruf. Der Rohstoff, Eisenerz, ist in ausreichender Menge vorhanden. Die Produktion von Stahl ist zwar energieintensiv, aber durch die Optimierung der Herstellungsprozesse in allen Stufen der Produktion sinkt der Energiebedarf für die Herstellung von Stahl pro Tonne immer mehr. Vor Beginn der Industrialisierung im 17. Jahrhundert wurden zum Beispiel noch 4 Tonnen Holzkohle benötigt, um eine Tonne Eisen zu schmelzen. Damals wurden ganze Wälder gerodet, um den Brennstoffbedarf der Eisenhütten zu decken. Heute genügen 500 kg Koks, um eine Tonne Stahl zu produzieren.

Dazu kommt, dass sich Stahl ausgezeichnet recyceln lässt. Das Material kann zu mehr als 99 Prozent wiederverwendet werden. In Europa besteht neu produzierter Stahl bereits zu 40 Prozent aus Schrott. Der Anteil wächst immer weiter an. Der verstärkte Einsatz von Schrott spart Geld und nützt der Umwelt, da weniger Eisenerz gefördert werden muss und weniger Energie zur Stahlproduktion benötigt wird.

Wie sieht die Zukunft des Stahlbaus aus?

In den klassischen Erzeugerländern für Stahl wie Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich und anderen, mussten in den letzten Jahren zahlreiche Stahlwerke schließen. Daraus könnte man schlussfolgern, dass der Stahlbau keine Zukunft hat. Das stimmt aber nicht. Der Bedarf an Stahl ist nach wie vor da, im Gegenteil, er hat sich sogar erhöht. Allerdings hat sich die Produktion in Länder verlagert, in denen die Kosten niedriger sind. Dort kann Stahl als Massenware zu Preisen produziert werden, mit denen Stahlwerke in Europa oder den USA nicht konkurrieren können. Stahlbaufirmen importieren ihre Halbfertigprodukte von dort. Trotzdem bedeutet diese Entwicklung nicht das Ende der Stahlindustrie in Europa. Anstatt auf die Produktion von Massenware konzentriert sie sich auf die Herstellung von Spezialstahl in relativ kleinen Mengen und auf die Entwicklung neuer Sorten. Forschungsabteilungen großer Unternehmen sind damit beschäftigt, ganz neue Anwendungsgebiete für Stahl zu erschließen und Tragwerke zu entwickeln, die leichter, fester und dauerhafter sind als die Produkte, die heute im Angebot sind. Dieser Trend kommt letztendlich allen Menschen zu Gute.

Bauen mit Stahl hat Zukunft.
Der Werkstoff wird auch noch in 50 Jahren ebenso unverzichtbar sein wie heute.

Wirtschaft / Stahlbau
17.06.2022 · 08:52 Uhr
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