Der legendäre Aldi-PC: Vom Discounter-Schnäppchen ins Museum
Vor knapp 30 Jahren löste der sogenannte Aldi-PC in Deutschland einen regelrechten Hype aus. Der erschwingliche Computer entwickelte sich zum Phänomen, der zahlreiche Schnäppchenjäger in die Filialen lockte. Nun findet eine dieser zeitgeschichtlichen Maschinen einen festen Platz im Haus der Geschichte in Bonn. Ein Tower-PC, ausgestattet mit Disketten- und CD-ROM-Laufwerk, wird ab sofort in einer neuen Dauerausstellung gezeigt.
Berühmt-berüchtigt wurde der Aldi-PC im November 1995, als die Supermarktkette erstmals einen IBM-kompatiblen Rechner um gut 1.800 D-Mark anbot. Trotz solider Hardware enttäuschte das veraltete Betriebssystem Windows 3.11, während das zeitgemäße Windows 95 fehlte. Dennoch gelang der Durchbruch spätestens mit dem Medion-PC, der zwei Jahre später mit einem Intel Pentium-166-Chip verkauft wurde.
Das Ringen um die begehrten Computer artete bisweilen aus: Ein bekanntgewordener Vorfall ereignete sich 1997, als ein Kunde in Konstanz mit einer Schreckschusspistole erfolglos einen PC für sich beanspruchen wollte. Derartige Spannungen waren jedoch die Ausnahme, und die Discounter setzten weiterhin massenhaft Rechner ab. Aldi, Medion, aber auch Wettbewerber wie Lidl und Norma revolutionierten das PC-Geschäft und drängten traditionelle Händler wie Schadt Computertechnik ins Abseits.
Das Haus der Geschichte würdigt nun mit seiner neuen Ausstellung die bedeutende Rolle des Aldi-PCs in der deutschen Technikgeschichte. Dank seines attraktiven Preises machte er breite Bevölkerungsschichten mit der digitalen Welt vertraut. Eine Sprecherin des Museums betont, dass der Aldi-PC zu einer Art "Volks-PC" avancierte und somit nachhaltig den Zugang zum Informationszeitalter erleichterte.

