Der Geschlechterwandel in der IT-Branche: Zwischen Erkenntnis und Handlungsbedarf
Die deutsche Wirtschaft erkennt zunehmend das Potenzial von Frauen in IT- und Digitalberufen, doch in der Umsetzung hapert es noch gewaltig. Aktuelle Studien des Digitalverbands Bitkom zeigen, dass 64 Prozent der befragten Unternehmen den Mangel an Frauen in diesen Bereichen als zukunftsgefährdend einstufen. Doch trotz dieser Erkenntnis gibt es bisher kaum signifikante Fortschritte: Fast alle befragten Unternehmen haben weniger als die Hälfte ihrer IT- und Digitalstellen mit Frauen besetzt.
Betrachtet man die allgemeine Verteilung in Unternehmen, zeigt sich ein ernüchterndes Bild: Nur in 64 Prozent der Firmen liegt der Frauenanteil unter der Hälfte. Diese Diskrepanz unterstreicht den akuten Handlungsbedarf in der IT-Branche. Frauen könnten dabei nicht nur den Fachkräftemangel lindern, Unternehmen versprechen sich von ihnen auch neue Impulse und ein besseres Betriebsklima. Immerhin 88 Prozent der Befragten sehen in gemischten Teams erhöhte Kreativität und Produktivität.
Dennoch gibt es Schwächen in den Strategien zur Förderung: In nur 37 Prozent der Firmen existieren klare Zielsetzungen zur Erhöhung des Frauenanteils. Ein weiterer Kritikpunkt von Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: Beträchtliche Vorurteile halten sich hartnäckig. Er verweist darauf, dass Frauen nicht zuletzt in mathematischen Disziplinen oft Vorreiter sind, was sie prädestiniert, gerade in technischen Berufen eine entscheidende Rolle einzunehmen.
Die Umfrage legt offen, dass vor allem strategische Ansätze zur Integrations- und Förderpolitik fehlen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssten Unternehmen klar definierte Ziele setzen und überholte Klischees hinterfragen. Laut Rohleder ist ein strukturierter Ansatz künftig unverzichtbar.

