Demografischer Wandel: Hochbetagte prägen zunehmend das Klinikbild
Der Anteil an Krankenhausbehandlungen von Personen über 80 Jahren hat in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten einen signifikanten Anstieg erlebt. Mittlerweile nehmen Patientinnen und Patienten in dieser Altersgruppe fast doppelt so viel Platz in den Kliniken in Anspruch wie noch vor zwanzig Jahren.
Im neuen Krankenhaus-Report 2025 der AOK zeigt sich, dass sich ihre Fälle gegenüber dem Jahr 2005 beinahe verdoppelt haben – ein Trend, der sich weiter fortsetzt. Die finanziellen Belastungen sind beträchtlich. So belaufen sich die Behandlungskosten für über 80-Jährige auf durchschnittlich 3.351 Euro, was fast dem Siebenfachen der Kosten für unter 60-Jährige entspricht.
Oft leiden hochbetagte Menschen an mehreren gesundheitlichen Problemen gleichzeitig, was einen erhöhten medizinischen und pflegerischen Bedarf mit sich bringt. Die Vorsitzende der AOK, Carola Reimann, hebt hervor, dass diese Gruppe besonders anfällig für Komplikationen ist.
Ein weiteres Problem stellt die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus dar. Über-80-Jährige verbleiben im Schnitt 8,1 Tage in der Klinik und damit doppelt so lange wie ihre jüngeren Mitpatienten. Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung um voraussichtlich 5,6 Millionen bis zum Jahr 2050, erwarten die Kliniken zusätzliche Herausforderungen.
Aktuell zeigt die AOK auf, dass viele ältere Patientinnen und Patienten besser und kostengünstiger versorgt werden könten, würde man verstärkt auf ambulante Behandlungen setzen. Studien zufolge hätten 2022 etwa 1,4 Millionen Klinikaufenthalte vermieden werden könten, wenn die Versorgung in Arztpraxen oder häuslichen Pflegeeinrichtungen erfolgt wäre. Dies sei bei Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder Diabetes besonders effektiv.
Deutschland erzielt im internationalen Vergleich bei höheren Kosten schlechtere Ergebnisse, besonders im Hinblick auf die Lebenserwartung, so der Heidelberger Mediziner Clemens Becker.

