Delivery Hero: Weitere Kursrückschläge aufgrund von Talabats Herausforderungen

Die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero setzten am Freitag ihre Abwärtsbewegung fort, beeinträchtigt durch die jüngsten Entwicklungen bei ihrer Nahost-Tochter Talabat sowie durch die allgemeine Skepsis gegenüber Internetaktien angesichts der Disruption durch Künstliche Intelligenz. Erstmals seit zwei Monaten wurden die Titel von Delivery Hero wieder unter 20 Euro gehandelt, was bei Anlegern Besorgnis auslöste.
An der Börse Dubai sanken die Talabat-Aktien am Freitag um signifikante zehn Prozent nach Veröffentlichung der Quartalszahlen. In der Konsequenz fielen die Aktien von Delivery Hero im Xetra-Handel um bis zu 9,6 Prozent, beinahe die 19-Euro-Marke berührend. Zum Wochenschluss blieben die Aktien mit einer Minderung von sieben Prozent am unteren Ende des MDax, während der Index insgesamt wenig Bewegung zeigte.
Experten wie Evgenii Annenkov von Jefferies äußerten sich kritisch zum operativen Ausblick Talabats, der deutlich unter den Erwartungen liegt. Andrew Ross von Barclays Research verwies darauf, dass nicht nur der Wettbewerb, sondern auch verstärkte Investitionen unter neuem Management Druck auf die Ergebnisse ausübten. Zudem warnte Marcus Diebel von JPMorgan vor den Auswirkungen hoher Investitionen auf das Ergebnis.
Talabats strategische Rolle könnte sich, laut Diebel, ändern, was auch die ursprünglich angekündigten Verkaufspläne betrifft. Trotz Delivery Heros Anstrengungen, den Börsenwert zu steigern, zeigten Investoren angesichts mangelnder Fortschritte zunehmend Skepsis. Mit dem bisherigen Börsengang von 20 Prozent der Talabat-Anteile in Dubai konnte bislang kein Erfolg verbucht werden, genauso wenig wie hinsichtlich der Kursentwicklung des Mutterkonzerns. Der Kurs von Delivery Hero tendierte wieder in Richtung der früheren Tiefststände, während die Talabat-Aktien verglichen mit ihrem Ausgabepreis beinahe die Hälfte ihres Wertes verloren haben.

