Delivery Hero glänzt mit starkem Halbjahresergebnis – Währungsrisiken werfen Schatten
Im ersten Halbjahr 2023 konnte Delivery Hero, der Berliner Essenslieferdienst, durch ein kräftiges Bestellwachstum und eine Belebung des asiatischen Marktes eine unerwartet positive Performance im Tagesgeschäft erzielen. Kostensenkungen halfen den Aufwärtstrend zu stabilisieren. Trotz dieser positiven Entwicklungen hat CEO und Mitgründer Niklas Östberg das Jahresziel für den operativen Gewinn aufgrund negativer Währungseinflüsse gesenkt. Während die Umsatzerwartungen optimistisch bleiben, erleidet die Aktie in den Börsencharts nach anfänglicher Orientierungslosigkeit einen deutlichen Rückgang.
Der Markt tat sich schwer mit der Beurteilung der aktuellen Lage. Die Aktie, die im MDax vertreten ist, schwankte zwischen einem Zuwachs von 4,5 Prozent und Verlusten von über drei Prozent, bevor die negativen Einschätzungen überwogen. Zuletzt lag das Papier mit 2,5 Prozent im Minus bei 22,84 Euro, was einem Jahresverlust von nahezu 18 Prozent entspricht. Seit dem Höchststand von über 145 Euro im Jahr 2021 verlor die Aktie mehr als 80 Prozent an Wert.
Analyst Giles Thorne von Jefferies beschrieb die Unternehmensnachrichten als gemischt. Das gesenkte Jahresziel für das operative Ergebnis sei keine Überraschung, da es rein durch Währungseffekte beeinflusst wurde. Positiv bewertet er das zweite Quartal, das die Ebitda-Erwartungen übertraf und eine gesteigerte Wachstumsdynamik aufwies. Der Anstieg der Bestellungen und der Umbau des Geschäftsmodells beflügelten Delivery Hero im Zwischenbericht ebenfalls.
Erfreulicherweise stieg der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr währungsbereinigt um 25 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, wobei alle Regionen beitrugen. Die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr wurde von ursprünglich 17 bis 19 Prozent auf 22 bis 24 Prozent angehoben. Ausschlaggebend für den Erfolg im asiatischen Raum war die Expansion der eigenen Lieferservices und der erhöhte Einkommensanteil aus Provisions- und Nutzungsgebühren.
Auch in Südkorea verbesserte sich das Geschäft, wobei der Service Woowa nach einer strategischen Akquisition positive Entwicklungen erlebte. Der Bruttowarenwert erreichte im ersten Halbjahr 24,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 71 Prozent auf 411 Millionen Euro, übertraf damit die Erwartungen, blieb jedoch unterm Strich mit -356 Millionen Euro deutlich negativ.
Dennoch bleibt der Konzern beim operativen Gewinnziel wegen der Währungsschwankungen vorsichtig. Die Erwartungen liegen nun bei einem Ebitda von 900 bis 940 Millionen Euro. Dabei führten die Wechselkursverluste, insbesondere durch die Aufwertung des Euro, zu einer Senkung der ursprünglichen Prognose. Die Markterwartungen dürften in Folge dessen ebenfalls zurückgehen, da Prognosen der Analysten bislang im Schnitt von 993 Millionen Euro ausgingen.

