Debatte um Veggie-Produkte: Der Wortstreit entfacht neue Kontroversen
Die Europäische Union plant, Herstellern von pflanzlichen Fleischersatzprodukten die Verwendung traditioneller Bezeichnungen wie Wurst, Schnitzel oder Klops zu untersagen. Interessanterweise stößt dieser Vorstoß auf Zustimmung bei der Bundesregierung, die sich andernorts dem Abbau bürokratischer Hürden verschrieben hat. Doch hier scheint man dem Verbraucher nicht zuzutrauen, den Unterschied zwischen einem Veggie-Schnitzel und einem traditionellen Wiener-Schnitzel zu erkennen.
Die Einführung solcher Regelungen könnte nicht nur den Aufbau neuer administrativer Strukturen auf Staatskosten mit sich bringen, sondern möglicherweise auch die Schaffung von Stellen zur Umsetzung und Überwachung dieser Vorgaben fördern. Kritiker sehen dahinter vor allem die Interessen der Fleischindustrie, die die wachsende Konkurrenz der pflanzlichen Produkte als unangenehm empfindet. Mit Agrarminister Alois Rainer hat die Fleischwirtschaft einen starken Unterstützer gewonnen.
Diese Maßnahmen werfen Fragen zur Verbrauchertransparenz auf und drohen, das Vertrauen der Bürger zu beeinträchtigen. Angesichts der drängenden Herausforderungen, denen sich die Regierung gegenübersieht, wird vermehrt gefordert, dass der Kanzler und seine Minister ihre Anstrengungen auf dringendere Angelegenheiten richten sollten.

