Debatte um geldpolitischen Kurs der Fed: Summers mahnt zu Vorsicht bei Inflationsrisiken
Der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers hat die aktuelle Geldpolitik der Federal Reserve als potenziell zu locker eingeschätzt und betont, dass die größte Gefahr für die US-Wirtschaft von der Inflation ausgehe, nicht vom Arbeitsmarkt. Im Gespräch mit Bloomberg Television brachte Summers seine Vermutung zum Ausdruck, dass die derzeitige Finanzlage gelassener sei, als von vielen wahrgenommen werde. Dies, so Summers, verschiebe das Risikoungleichgewicht mehr in Richtung Inflation und weg von der Arbeitslosigkeit.
Diese Einschätzung erfolgt, nachdem die Fed ihre Leitzinsen erstmals seit einem Jahr gesenkt hat. Fed-Chef Jerome Powell erklärte, dass diese Entscheidung eine Anpassung an das veränderte Risikogleichgewicht erfolgte, das angesichts schwächerer Daten am Arbeitsmarkt und einem Rückgang bei den Jobzahlen nötig geworden sei.
Zusätzlich äußerte Summers Bedenken darüber, dass die USA das Inflationsziel von 2% aus den Augen verlieren könnten und warnte vor einer inflationären Denkweise im Land. Die von Fed-Vertretern veröffentlichten Prognosen prognostizieren einen Anstieg der bevorzugten Inflationsmessgröße auf 3% bis 2025.
Weiterhin äußerte er Kritik an Präsident Donald Trumps Vorschlag, das Tempo der Unternehmensberichterstattung zu verlangsamen. Der Umstieg auf einen sechsmonatigen Berichtsrhythmus sei ein „schlechter Vorschlag“, der die gut funktionierenden US-Kapitalmärkte infrage stelle und das Gleichgewicht zwischen Insidern und Outsidern störe.

