Debatte um Gasförderung in Niedersachsen: Hickhack zwischen SPD und Grünen
In der niedersächsischen Landesregierung herrschen in puncto Gasförderung auf See weiterhin Spannungen zwischen SPD und Grünen. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) unterstrich die Differenzen in der Haltung: Beide Parteien teilen zwar das Ziel einer gesicherten Energieversorgung durch den Ausbau erneuerbarer Energien, doch laut Lies sei für die Energiewende Erdgas unverzichtbar. Er sieht im Gas auch eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von "blauem Wasserstoff", der einen Markteintritt benötige, um wirtschaftlich tragfähig zu sein.
Der Hintergrund des Disputs ist die geplante Gasförderung im Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund vor der Nordseeinsel Borkum. Während die Grünen diese Vorhaben als überflüssig und umweltschädlich einordnen, plant das niederländische Unternehmen One-Dyas dort eine Ausweitung ihrer Bohrungen. Bisher war die Förderung auf die niederländische Seite beschränkt, doch der Bundesrat wird Anfang 2026 über den Start auf deutschem Gebiet entscheiden.
Olaf Lies hat bereits im Dezember Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auf die Bedeutung heimischer Gasressourcen für bezahlbare Energieversorgung hingewiesen, nachdem der One-Dyas-Chef Besorgnis über den Entwurf des neuen Meeresschutzplanes äußerte. Das Umweltministerium Niedersachsens unter Leitung von Christian Meyer (Grüne) bleibt jedoch kritisch gegenüber der Gasförderung: Die Einschränkung fossiler Rohstoffe sei richtig, da kein Gasmangel mehr vorliegt und erneuerbare Energien zunehmend voranschreiten. Dies entspricht auch ihrer umwelt-, natur- und klimapolitischen Argumentation.

