Dax unter 24.000 Punkten – Gewinnmitnahmen belasten die Märkte
Die jüngsten Entwicklungen an den europäischen Börsen zeigen einen Rückgang des Dax, der am Freitagmorgen wieder die 24.000-Punkte-Marke unterschritt. Konkret fiel der Index in der ersten Handelsstunde um 0,67 Prozent auf 23.880 Zähler. Auch der MDax der mittelgroßen Börsenunternehmen musste ein Minus von 0,47 Prozent hinnehmen und notierte bei 29.472 Punkten. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verlor um 0,7 Prozent.
Zunächst hatte das nahende Ende des längsten Teilstillstands der US-Regierung, der sogenannte Shutdown, die Märkte beflügelt, was zu einem Anstieg des Dax in dieser Woche führte. Doch die Euphorie ebnete schnell einer Korrektur den Weg, was das Vertrauen der Anleger erschütterte und das frühere Rekordhoch von 24.771 Punkten in weite Ferne rücken ließ. Am Vortag waren es die Gewinnmitnahmen in den USA, die die technologielastige Nasdaq besonders hart trafen.
Zweifel über eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember, ausgelöst durch konkrete Äußerungen von Fed-Mitgliedern, bremsten die Kurse. Die bevorstehenden Konjunkturdaten, die nach dem Ende des Shutdowns wieder veröffentlicht werden können, werden mit Spannung erwartet. „Die Signale aus der Fed haben Wirkung gezeigt und die Aktienmärkte ein wenig von ihrem Höhenflug zurückgeholt“, analysierte Börsenexperte Andreas Lipkow.
Parallel zur Berichtssaison, die sich auf der Zielgeraden befindet, stehen einige deutsche Unternehmen im Mittelpunkt. Siemens Energy an der Dax-Spitze profitierte von einer angehobenen Prognose für 2027/28 und verbuchte einen Kursanstieg von rund 10 Prozent. Im Gegensatz dazu handelten Papiere des Chipherstellers Infineon am Dax-Ende mit einem Rückgang von gut 4 Prozent. Auch die Allianz überraschte positiv mit einer Anhebung ihres Ausblicks, was die Aktien um 1 Prozent steigen ließ. Im Bereich der IT-Dienstleister überzeugte Bechtle mit einem beeindruckenden Sprung von mehr als 14 Prozent, dank eines starken dritten Quartals und positiver Aussichten für das Jahresende. Ähnlich verlief der Kurs von Nagarro, der nach erfreulichen Quartalszahlen um fast 17 Prozent zulegte; zudem plant das Unternehmen eine Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien und ein neues Aktienrückkaufprogramm.

