Dax-Unentschlossenheit und CTS Eventim im Fokus: Marktturbulenzen und Hoffnungen in Jackson Hole
Die deutsche Börse bleibt am Donnerstag auf der Suche nach einem klaren Kurs. Marktteilnehmer richten den Blick gespannt auf die Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt sowie auf mögliche geldpolitische Signale vom bedeutenden Notenbankertreffen in Jackson Hole, Wyoming.
Am Mittag verzeichnete der Dax ein leichtes Minus von 0,11 Prozent und fiel auf 24.250 Punkte. Eine technische Barriere bei 24.500 Punkten bleibt bestehen, und das im Juli aufgestellte Rekordhoch von 24.639 Punkten ist vorerst außer Reichweite. Auch der EuroStoxx 50 zeigte sich mit einem Rückgang von 0,3 Prozent schwächer.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, betonte die Bedeutung von Jackson Hole für den aktuellen Bullenmarkt. Eine erwartete Zinssenkung der US-Notenbank im September stehe in Frage, sollten morgen keine klaren Signale von Jerome Powell, dem Fed-Chef, kommen: Ein ausbleibendes Statement könnte den Märkten zusetzen, warnte er.
Der MDax sank um 0,81 Prozent auf 30.627 Punkte. Besonders im Rampenlicht stand CTS Eventim nach einem unerwarteten Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Die Aktien des Unternehmens büßten rund 20 Prozent ein, wobei ein Analyst die Ergebnisse als insgesamt sehr schwach einstufte. Trotz der Bestätigung der Jahresziele blieb der Trost für Anleger gering.
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf sah seine Aktien um 1,9 Prozent fallen, ausgelöst durch die düstere Umsatzprognose des US-Konkurrenten Coty.
Dagegen erlebten Rüstungsfirmen wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk Kursgewinne von bis zu 3,7 Prozent. Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer begrüßt mit Active Ownership einen neuen aktivistischen Investor, was den Aktien nach einem bisherigen Jahresminus von 36 Prozent wieder Auftrieb gab und zu einem Anstieg von 2,5 Prozent führte.
Nicht zuletzt verlor Redcare Pharmacy 2,5 Prozent an Wert, da die Drogeriekette dm als potenzieller Wettbewerber im Raum steht.

