Dax trotzt Turbulenzen: Autokrise und Regierungssorgen verpuffen
Der Dax nähert sich seinem Rekordhoch, während negative Einflüsse aus der Automobilbranche und politische Unsicherheiten in Frankreich überraschend wenig Wirkung zeigen. Der deutsche Leitindex erreichte in der Spitze 24.572 Punkte und verzeichnete zuletzt ein Plus von 0,67 Prozent auf 24.549 Punkte. Die im Juli aufgestellte Bestmarke von 24.639 Punkten rückt damit in greifbare Nähe.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu wirkt optimistisch auf eine Lösung der Regierungskrise hinzuarbeiten – ohne den Weg über Neuwahlen zu gehen. Dies führte zu einer leichten Entspannung am französischen Anleihemarkt, was die Anleger an der Pariser Börse positiv aufnahmen.
Parallel dazu legte der MDax am Nachmittag 0,32 Prozent auf 30.935 Punkte zu, während der EuroStoxx 50 ein leichtes Plus von 0,3 Prozent erzielte. Trotz optimistischer Entwicklungen belasteten schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland das Klimabild. Besonders die Automobilindustrie zeigt deutliche Einbußen, was sich unter anderem in einem herben Kursrutsch bei BMW von fast 7 Prozent widerspiegelte. Der Automobilhersteller musste seine Jahresprognose anpassen, vor allem bedingt durch unter den Erwartungen liegendem China-Geschäft und ausbleibenden Zollerstattungen.
Der Druck war in der Automobilbranche deutlich spürbar: Auch Aktien von Mercedes-Benz und Volkswagen verzeichneten Verluste. Dennoch gab es Lichtblicke an der Börse: Zalando führte als Index-Spitzenreiter mit einem Anstieg von 4,6 Prozent. Etwas Gegenwind erlitt der Kupferkonzern Aurubis, dessen Aktien nach einer Gewinnmitnahme um 3,1 Prozent sanken.
Ein Aufschwung zeigte sich hingegen bei den Stahlwerten. Aktien von Unternehmen wie Thyssenkrupp, Salzgitter und Klöckner & Co profitierten von den Plänen der EU-Kommission, die Einfuhrzölle auf Stahl zu erhöhen, und stiegen um bis zu 5,5 Prozent. Ein negatives Kapitel in dieser Geschichte schrieb allerdings Aixtron mit einem Rückgang von 4,4 Prozent, da die USA besorgt auf den Export von Chipausrüstungen nach China blicken.
Einflussreiche Ratings sorgten zudem für Bewegung: Die Berenberg Bank stufte Sartorius herab, was zu einem Kursverlust von 2,7 Prozent führte. Im Gegensatz dazu ließ eine Hochstufung der Puma-Aktien durch die Bank of America den Kurs des Sportmodeherstellers um 7 Prozent steigen.

