DAX strebt Erholung an: Überraschungen bleiben aus
Nach einer Serie moderater Verluste hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag die Kurve gekriegt. Der DAX legte am Vormittag um 0,4 Prozent zu und erreichte 24.150 Punkte. Auch der MDax konnte sich mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 30.581 Punkte behaupten, während der EuroStoxx 50 um 0,5 Prozent zulegte.
Trotz des anhaltenden Wachstums von Nvidia sorgten die neuesten Geschäftszahlen des US-Halbleiterriesen für wenig Aufsehen. Während Nvidia im Bereich Rechenzentren die Umsatzprognosen knapp verfehlte, bleibt das China-Geschäft problematisch. Die Marktsentiment-Analyse der Landesbank Helaba zeigt, dass der DAX zuletzt unter die Marke von 24.000 Punkten gefallen war, was die Lage des Leitindex kurzfristig verschlechterte. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die kommenden Arbeitsmarkt- und Preisdaten aus den USA, die am Nachmittag erwartet werden.
Der Autozulieferer Continental hat sein Schlauchleitungs-Geschäft an die US-amerikanische Industrieholding Regent verkauft, wobei über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart wurde. Die Cartell-Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die Aktien von Continental stiegen infolgedessen um 1,7 Prozent.
Qiagen sorgte mit der Ankündigung einer Anleihenplatzierung für Turbulenzen und fiel auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Die Diagnostik-Firma plant, institutionellen Investoren Wandelschuldverschreibungen im Umfang von 750 Millionen US-Dollar anzubieten. Dies entspricht etwa 5,1 Prozent des aktuellen Aktienkapitals.
Nach anfänglichen Verlusten schloss ProSiebenSat.1 den Handelstag mit einem Plus von 1,9 Prozent ab. Ein Anteilsverkauf von PPF an Media for Europe (MFE) brachte das Bietergefecht um den Medienkonzern zum Ende. MFE besitzt nun fast 60 Prozent der Anteile. Die Anleger erhoffen sich operative Vorteile für den italienischen Medienkonzern.
Delivery Hero korrigierte seine Gewinnprognosen aufgrund ungünstiger Wechselkurseffekte nach unten und die Aktie fiel um 1,1 Prozent. Die Umsatzprognose wurde hingegen leicht angehoben.
Fielmann erlebte nach der Veröffentlichung detaillierter Halbjahreszahlen einen Rückgang um 7,4 Prozent. Die Expansion in den USA wird von Marktteilnehmern skeptisch beäugt. Der Aktienkurs von Dermapharm sank ebenfalls um 4,0 Prozent, nachdem Jefferies die Papiere auf "Hold" herabgestuft hatte, weil Wachstumstreiber fehlen.

